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SG Emmerich & Heinz (Saarburg, DE) gewinnt den 1. National Barcelona

Damit hatten sie wirklich nicht gerechnet, die bescheidenen Sportfreunde Ernst Emmerlich und Arnold Heinz aus dem rheinland-pfälzischen Saarburg, dass sie den Nationalsieg von Barcelona, von diesem Flug der Flüge aller Weitstreckenliebhaber, davontragen würden. Ein Traum ging für sie in Erfüllung.

Mit einem Tag Verspätung

Ursprünglich war der Auflass für Freitag, den 4. Juli vorgesehen, aber aufgrund des schlechten Wetters - am vorgesehenen Auflasstag regnete es stark, dazu kamen Gewitter und eine sehr schlechte Sicht - wurde der Auflass auf den 5. Juli verschoben. Um 9.00 Uhr erfolgte dann der Auflass bei blauem Himmel, einem leichten Nordwind und sehr guter Sicht. Am Start standen insgesamt 21.143 Tauben. Belgien hatte 8.851 Tauben gesetzt, die Niederlande 5.422, Frankreich 3.346, Deutschland 1.367, England 492, Luxemburg 33 und Polen 1.632. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 25.235 Tauben gesetzt worden waren, waren das rund 16 % weniger. Da erhebt sich natürlich die Frage, worauf dieser Rückgang zurückzuführen ist. Aber darüber wollen wir uns an dieser Stelle keine Gedanken machen. Das müssen andere tun.
Die Tauben wurden bewusst erst um 9.00 Uhr aufgelassen, damit möglichst keine Taube am Auflasstag ihren Heimatschlag erreichen sollte. Doch es sollte anders kommen.

Die erste Meldung kam um 21.12 Uhr aus Frankreich auf einer Entfernung von 894 km. Die Fluggeschwindigkeit lag bei nur 1.222 m/min. Eine zweite Meldung kam aus Belgien auf einer Entfernung 976 km um 21.15 Uhr. Diese Taube erzielte 1.326 m/min. Die nächste Meldung kam um 21.31 Uhr von der SG Emmerich & Heinz. Relativ wenig Tauben erreichten am ersten Tag ihren heimatlichen Schlag. PIPA zeigte auf Radar die Ankunft der Spitzentauben. Interessant war dabei, dass die Spitze sehr gleichmäßig über die Breite verteilt war.
Der internationale Sieger stand bei Einbruch der Dunkelheit noch nicht fest. Am nächsten Morgen kamen die Tauben dann in schneller Folge, und die Spitzentauben, oder mit anderen Worten die großen Sieger, fielen in den Niederlanden ein. Unglaublich, auf den Plätzen 1 bis 10 lagen plötzlich 10 Niederländer. Den 1. und 3. International gewann Jelle Jellema aus Nijverdal. Er hatte um 5.14 und 5.38 Uhr konstatiert, seine Fluggeschwindigkeiten betrugen 1.488 und 1.448 m/min. Das war kein Vergleich mit den Geschwindigkeiten vom Abend vorher. Wir sind also wieder einmal bei dem leidigen Thema Neutralisationszeit. Darüber müsste auch einmal sehr ernsthaft gesprochen werden.

Die Top-Ten von Deutschland

1. SG Emmerich  Saarburg                972,384 km   21.31.00 Uhr   1.294,786 m/min
2. Stollenwerk, Hubert  Eschweiler    1.094,341 km    5.22.00 Uhr   1.282,932 m/min
3. Streb & Sohn   Merzalben             972,228 km   21.42.25 Uhr   1.275,192 m/min
4. Kipp & Söhne  Althornbach            955,780 km   21.34.30 Uhr   1.266,773 m/min
5. Leßmeister, Lothar  Hütschenhausen   981,847 km   21.59.05 Uhr   1.260,259 m/min
6. Speen, Herbert   Immerath (neu)    1.119,208 km    6.23.11 Uhr   1.224,271 m/min
7. Groh, Eric & Albert  Trulben         955,212 km   22.01.36 Uhr   1.222,124 m/min
8. Herbots & Heller  Zweibrücken        966,624 km   22.15.24 Uhr   1.215,268 m/min
9. Wilden & Lutz  Aachen              1.078,903 km    6.05.10 Uhr   1.203,909 m/min
10. Pfeifer, Kurt  Kleinsteinhause      958,871 km   22.16.38 Uhr   1.203,654 m/min


SG Emmerich & Heinz

Der 1. National Deutschland wurde um 21.31.00 Uhr konstatiert

Zu später Stunde, um 21.31.00 Uhr, wurde der vierjährige Vogel mit der Ringnummer 01379-10-309 von der SG Emmerlich & Heinz am ersten Tag konstatiert. Eigentlich hatte man noch nicht ernsthaft mit Tauben gerechnet, aber man war gewappnet. Allerdings hatte man nicht im Traum daran gedacht, dass es der 1. National von Deutschland werden könnte. Für kleine Züchter, keine Profis ist das schon ein ganz besonderes Ergebnis.
Der Nationalsieger von Deutschland ist also in Saarburg beheimatet. Saarburg ist eine landschaftlich schön gelegene kleine Stadt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz und liegt im westlichen Teil des Naturparks Saar-Hunsrück. Außerdem ist Saarburg ein staatlich anerkannter Erholungsort, sodass eine Reise dorthin sicherlich zu empfehlen ist. Das nur, damit Sie einen kleinen Eindruck bekommen, wo die Schlaggemeinschaft Emmerich & Ernst wohnt.
Es sind kleine Hobby-Züchter, keine Profis. Ernst Emmerich ist 77 Jahre und Arnold Heinz 72 Jahre alt. Sie liegen also gut im Altersdurchschnitt der deutschen Taubenzüchter.
Ernst Emmerich spielt seine Tauben auch noch im deutschen RV-Programm. Auch seine Weitstreckentauben müssen teilweise daran teilnehmen. So hatte der 01379-10-309 auf den normalen Programmflügen von fünf Einsätzen 3 Preise geflogen, als er mit 4 Schlaggenossen für Barcelona eingesetzt wurde, und das Ergebnis bestätigte seinem Herrn, dass seine Vorgehensweise richtig ist. Mit seiner kleinen Mannschaft macht Ernst Emmerich von Barcelona wahrscheinlich 3 Preise, und das ist doch eine hervorragende Leistung.
Mit Zuchttauben, Reisetauben für die Weitstrecke, Reisetauben für das RV-Programm und Jungtauben versorgt die Schlaggemeinschaft im Sommer einen Gesamtbestand von etwa 180 Tauben. Das ist nicht zu viel, wenn man bedenkt, dass damit auch das normale RV-Programm bestritten wird. Es gibt sogenannten Große des Taubensports, bei denen die gesamte Witwermannschaft auf diese Zahl kommt. Ernst Emmerich und Arnold Ernst wollen Freude an ihren Tauben haben, und mit einem Bestand von dieser Größe ist der Spaß noch garantiert.
Aus den Meisterschaftsübersichten des deutschen Verbandes im Internet ist ersichtlich, dass die Schlaggemeinschaft in ihrer RV bei vielen Meisterschaften auf einer Spitzenposition platziert ist und auch die Bronze- und Silbermedaille schon gewonnen hat. Im Jahr 2013 waren sie  RV-Meister und gewannen die Bronze- und Silbermedaille. Gar nicht so schlecht für zwei Sportfreunde, die sowohl auf der großen Weitstrecke als auch das normale RV-Programm spielen.
Schon einmal waren Emmerich & Ernst Nationalsieger. Im Jahre 2005 gewannen sie mit ihrem 01379-02-648 den Nationalflug des deutschen Verbandes von Brive gegen 3.912 gesetzte Tauben. Dieser Nationalsieger hatte übrigens vorher auf den ersten RV-Flügen auch schon 7 Preise geflogen.

Die Abstammung des 01379-10-309

Von großem Interesse ist natürlich die Abstammung solch eines Siegers. Vater ist der 01379-05-871, der seinerseits aus dem 01379-01-531 stammt. Dieser Vogel war 2. Primus Inter Pares Barcelona 2007. Er flog fünf Mal von Barcelona Preis. Insgesamt gewann er 10 internationale Preise. Väterlicherseits stammt dieser Vogels von Jean Hausoul und mütterlicherseits von Rudi Grün. Die Mutter des 01379-05-871 ist die 01379-04-710 und die ist eine Schwester des 086-05-190, über den weiter unten noch etwas berichtet wird.

Kommen wir nun zur Mutter des 01379-10-309. Sie ist die 01379-06-969 und stammt aus dem schon angesprochenen 086-05-190. Dieser Vogel war 4. Ass-Vogel 2008. Er gewann den 10. Preis national von Pau gegen 911 Tauben und den 14. international gegen 6.894 Tauben. Darüber hinaus gewann er noch einen 6. national Tarbes gegen 1.845 Tauben. Die Eltern des "190" stammen beide von Rudi Grün.
Bleibt noch die Großmutter mütterlicherseits. Es ist die 086-04-738, die Emmerich & Heinz leihweise von der Schlaggemeinschaft Reuter und Funk zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Sie führt bestes Weitstreckenblut von Jos Thoné. Aber schauen Sie sich den Stammbaum hier selber an.
So viel in kurzen Zügen über den deutschen Nationalsieger des Barcelona-Fluges 2014, der bei der SG Emmerich & Heinz in Saarburg seinen Heimatschlag hat.

Wir vom PIPA-Team wünschen Ernst Emmerich und Arnold Heinz weiterhin viel Erfolg.

Admin comments: 
Nicholas, wir haben mal wieder keine Fotos, aber die Fotos sollen schon bei euch sein. Bitte füge also die Fotos ein. Den Stammbaum haben wir auch nur als pdf-Datei, die ich nicht bearbeiten kann. Ich schicke den Stammbaum noch per E-Mail. Danke.