Bugert & Mai (DE) gewinnen den 1. International bei den Alttauben und den 1. National von Narbonne

Mit diesen beiden Siegen hat sich eine Vater-Tochter-Schlaggemeinschaft mit kleinem Taubenbestand einen ganz großen Namen gemacht. Wer jetzt denkt, dass dabei der Zufall eine Rolle gespielt hat, irrt sich, denn von der Abstammung her ist der siegreiche gehämmerte Scheckvogel wahrhaftig kein Zufallsprodukt.

Fast 20.000 Tauben von Narbonne

Geplant war der Auflass von Narbonne für den 24. Juli 2015. Aber das Wetter machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Warten auf den nächsten Tag war angesagt. Und es hat sich gelohnt. Um 8.00 Uhr fielen die Startklappen bei schönem bis sehr schönem Wetter, einem Nordwestwind und guter Sicht. 19.182 Tauben erhielten die Freiheit für einen Flug gen Norden, Nordwesten und Nordosten. Aus Belgien starteten 7.481, aus Frankreich 5.197, aus Deutschland 1.127, aus den Niederlanden 5.338 und aus Luxemburg 39 Tauben. Stolze Zahlen. Im Vorjahr hatte man 20.888 und 2013 19.307 Tauben an den Start gebracht. Es folgte ein banges Warten. Es wurde ein sehr schwerer Flug. Im Westen fielen fast keine Tauben ein. Die Spitzenpreise wurden aufgrund des Windes alle auf den kürzeren Entfernungen im Osten gedreht.

Die schnellste Taube des gesamten Feldes landete erst am zweiten Tag um 5.57.48 Uhr auf einer Entfernung von 1.074,512 km mit einer Geschwindigkeit von 1.183,64 m/min in den Niederlanden. Das war der internationale Sieger bei den Jährigen. Am Abend zuvor war bereits der internationale Sieger bei den Alttauben konstatiert worden. Um 19.51.45 Uhr konnte die deutsche Schlaggemeinschaft Bugert & Mai aus Viernheim ihren Siegervogel auf einer Entfernung von 829,326 km zu Hause begrüßen. Er hatte eine Geschwindigkeit von 1.165,19 m/min erreicht.


Rainer Bugert und seine Tochter Maren Mai mit ihrem internationalen Narbonne-Sieger

Die Schlaggemeinschaft Bugert & Mai

Ich musste lange suchen, bis ich an Informationen über die Schlaggemeinschaft Bugert & Mai kommen konnte. Meistens komme ich über das Internet-Telefonbuch der Deutschen Post weiter, aber weit gefehlt. In Viernheim gibt es den Namen Bugert einfach zu oft. Auch die Suche nach einer Website im Internet brachte mich nicht weiter. Ein paar Informationen fand ich zwar auf diese Art und Weise, aber wirklich aufschlussreich war das auch nicht. Zum Glück habe ich einen Freund, der in der Nähe von Viernheim wohnt. Von ihm bekam ich die ersten richtigen Informationen.  

Viernheim, der Wohnort von Rainer Bugert, dem internationalen Sieger von Narbonne bei den Alttauben 2015, liegt am nordöstlichen Stadtrand von Mannheim und hat etwa 33.000 Einwohner.

Rainer Bugert ist 64 Jahre alt und pensionierter Bankkaufmann. Er reist in Schlaggemeinschaft mit seiner Tochter Maren Mai, die Mutter von reizenden Zwillingen ist.Mitten in Viernheim wohnt er und hat für seine Taubenschläge nur relativ wenig Platz zur Verfügung. Er hat einen Winterbestand von etwa 50 bis 60 Tauben, die auf einem Gartenschlag untergebracht sind. Mehr Tauben hat er nicht. Große Sprünge kann er damit nicht machen. Entsprechend klein ist auch seine Reisemannschaft. Mit 19 Witwern hat er die Saison 2015 begonnen, 5 alte und 14 jährige Witwer. Er plant, im nächsten Jahr auf totaler Witwerschaft zu spielen, sodass er etliche Tauben mehr für die Flüge einsetzen kann.

Seinen bisher größten Erfolg konnte er am 20.07.2009 verbuchen, als er den 11. Preis national gegen 2.091 Tauben von Marseille gewann. Das war damals übrigens der 20. Preis international gegen 11.833 Tauben. Der aktuelle Sieger ist noch um drei Ecken‘ mit dem 11. national von Marseille verwandt.

In diesem Jahr hatte Rainer Bugert 4 Tauben für Barcelona eingesetzt und gewann 2 Preise. Für Narbonne waren es jetzt 3 Tauben, die er gesetzt hat. Damit verbucht er 2 Preise.

Rainer Bugert ist ein sehr engagierter Taubenzüchter. In seiner Reisevereinigung ist er der Vorsitzender. Die RV selbst hat eine sehr schöne Website, die von Rainer Bugerts Tochter Maren betreut wird. Alles in allem kann man sagen, dass es hier einem sehr sympathischer Hobby-Züchter und seiner Tochter mit ihrem kleinen Bestand gelungen ist, einen großen Sieg davonzutragen.


Der Taubenzüchternachwuchs ist bei der SG Bugert-Mai gesichert

Die Herkunft der Tauben

Die Tauben stammen bis auf eine alle von der Schlaggemeinschaft Menne und Töchter bzw. sind Nachzucht aus den Menne-Tauben. Wer sind nun Menne und Töchter? Taubenliebhabern, die sich in der Weitstreckenszene auch nur ein bisschen auskennen, braucht das wohl nicht erklärt zu werden. Sie sind echte Weitstreckenspieler und seit vielen Jahren auf nationaler und auch internationaler Ebene äußerst erfolgreich. Sie wohnen in Hamminkeln, das etwas oberhalb des Ruhrgebiets nordöstlich von Xanten am Niederrhein liegt. Ja, man spielt auch dort noch auf der internationalen Weitstrecke. Tauben, die hier frühe Preise fliegen, müssen Kraft und Ausdauer haben, ganz zu schweigen vom Orientierungsvermögen, denn sie müssen ein paar hundert Kilometer mehr fliegen, um ans Ziel zu kommen. Einen spektakulären Erfolg hatten Menne und Töchter im Jahr 2007. Damals gewannen sie am 07.07.2007 den 1. International von Barcelona gegen 25.829 Tauben mit ihrer Täubin 05583-04-980. Man muss sich auf ihrer Website ihre Erfolgsübersicht der letzten Jahre einmal anschauen. Es ist schon beeindruckend. Und dazu kommt eine lange Liste von Züchtern, die erfolgreich mit Menne-Tauben reisen,

Menne und Töchtern ist es nach langem Suchen und Erproben gelungen, eine Taubenfamilie zu züchten, die auf Flügen von 1.000 km und mehr glänzt.

An Menne und Töchter hat sich Rainer Bugert in den Jahren 2004/2005 gewandt und sich von dort Tauben geholt. Insgesamt sind es bis heute etwa 14 bis 16 Exemplare. Mehr verkraftet solch ein kleiner Schlag auch nicht. Und die Menne-und-Töchter-Tauben haben sich durchgesetzt. Wie schon gesagt, sind bis auf eine alle Tauben von Menne und Töchtern oder Nachzucht daraus. Heute besteht ein sehr gutes freundschaftliches Verhältnis zwischen Rainer Bugert und den Mennes.


06380-12-239, der internationale Narbonne-Sieger bei den Alttauben 2015

Der Sieger: 06380-12-239

Sieger geworden ist der Vogel mit der Ringnummer 06380-12-239, ein gehämmerter Scheckvogel. Er war der erste von drei für Narbonne eingesetzten Tauben. Um 19.51.45 Uhr wurde er auf einer Entfernung von 829,326 km konstatiert. Seine Geschwindigkeit betrug 1.165,19 m/min.

Interessant ist natürlich seine Abstammung. Sein Vater ist der gehämmerte 05583-09-329. Ein Original von Menne und Töchtern. Sein Vater ist der 5. Ass-Vogel 2009. Der 329 wiederum stammt aus dem 05583-07-375, einem Enkel von Black Rose. Gepaart war der 375 mit der 05583-07-472  aus der Linie Christine.

Die Mutter des internationalen Siegers ist das gehämmerte Scheckweibchen 06380-09-1123. Sie wurde ebenfalls aus zwei Originalen von Menne und Töchtern gezogen. Da ist einmal der Vater mit der Ringnummer 05583-04-517, der aus dem 05583-02-716 mit der NL-02-1770961, einem Weibchen von Martha van Geel, gezüchtet wurde. Der 716 ist ein Sohn der Paula. Zur Paula schreiben die Mennes auf ihrer Website: Paula, 05583-97-260, Primus inter Pares 2004 und 4. internationale Ass-Taube Cureghem-Centre über 4 Jahre Barcelona.

Die Mutter der 1123 ist die 05583-05-1019 aus 05583-04-589 mal der 05583-04-596. Ihr Vater, der 589,  ist ein Sohn von Paula und ihre Mutter, die 596, ist eine Tochter von Smaragd. Menne und Töchter schreiben darüber: 2005 gelangte Smaragd, 0448-98-543, an die Spitze der Barcelona-Flieger, sie wurde Primus inter Pares 2005 und bestes internationales Ass-Weibchen der Barcelona-Flüge 2001, 2002, 2003, 2004 und 2005 von Cureghem-Centre.

Wie man sieht, wurde hier Weitstreckenblut mit Weitstreckenblut zusammengesetzt. Wie kann es da anders sein, als dass das Produkt ein internationaler Sieger bei den Alttauben und ein deutscher Nationalsieger wurde.

Rainer Bugert und Maren Mai, ihr spielt super mit eurem kleinen Bestand. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg.