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Der Nationalflug Perpignan in den Niederlanden wurde gewonnen durch Piet van Nijnatten (Roosendaal, NL)

Der Flug von Perpignan beendete die Reihe der internationalen Weitstreckenflüge. Sieger auf diesem letzten ZLU-Flug wurde Piet van Nijnatten aus Roosendaal. 'Den Joost' kam wie ein fahler Blitz aus 'nicht so heiterem' Himmel.

Verfolgte man die ersten Meldungen in den Niederlanden wurde schnell klar, dass die Tauben auch während der Heimkehr von diesem Flug von der sovielten Regenfront dieses Sommers behindert wurden. Später zeigte sich jedoch, dass die Tauben des ersten Zehntels über das ganze Land verteilt saßen, sodass man von einem sehr gut und ehrlich verlaufenen Klassiker aus dem tiefen Süden von Frankreich sprechen kann. Als auffallend können sicherlich die Leistungen von Arjan Beens bezeichnet werden. Nachdem er schon den 15. Nat. Barcelona gewonnen hatte, konstatierte er jetzt den 2. National Perpignan auf einer Entfernung von gut 1.100 km!

Der Sieger von Perpignan wohnt in Roosendaal in Westbrabant. Piet van Nijnatten spielt hier schon seit vielen Jahren auf der Großen Weitstrecke. Er ist 71 Jahre alt und Vater von 2 Kindern und Opa von 4 Enkelkindern. Er versorgt seine Tauben allein. Er ist pensioniert und hat somit genügend Zeit. Seine Frau interessiert sich zwar auch für den Taubensport und meldet die Tauben, die Piet konstatiert hat, aber ansonsten beteiligt sie sich nicht an der Versorgung der Tauben. 

Als kleiner Junge von acht Jahren hatte Piet schon seine ersten Tauben. Sie saßen zuerst im Hühnerstall und bekamen später eine Apfelsinenkiste, die an der Mauer angebracht war, als Unterkunft. Bis zu seinem 18. Lebensjahr hat er die Tauben nur zum Vergnügen gehalten und nicht an Preisflügen teilgenommen. Nach seiner Wehrpflicht legte er sich wieder Tauben zu. Das waren vor allem Zuflieger.  Früher wohnte er nämlich ganz in der Nähe von Hochspannungsleitungen. Dort sammelte er die verletzten Tauben auf, und so kam Piet zu seinen Brieftauben. Über die Programmflüge kam er zu den Übernachtflügen, und jetzt ist das die Kategorie, für die Piet nur noch einsetzt.  Die kürzeren Flüge werden lediglich als Training angesehen.  

Der heutige Taubenbestand besteht hauptsächlich aus zwei Linien. Die erste Linie kommt über Ko Maas. Diese Tauben bewältigen sehr gut die Flüge bis 1000 Kilometer. Barcelona und Perpignan sind für diese Tauben gerade etwas zu weit, und für diese großen Entfernungen hat Piet eine zweite Linie, nämlich die von den Gebr. Hagens und von Koos van de Bogaart. Der Letztere flog in den 70er Jahren den 1., 5. und 20. national Barcelona. Außerdem hat Piet auch ein Tauben-Paar von G. Kouters und Sohn, und das reicht völlig aus, aber die Jungen daraus bilden eine Linie für sich. Des Weiteren hat Piet noch Tauben mit Cees van Oers getauscht, und das ist typisch für Piet. Er zieht es vor, mit jemand Tauben zu tauschen. Manchmal kauft er einen Gutschein, um die Vereinigung zu unterstützen, und sonst wird kein Geld für Neueinführungen ausgegeben. 

Piet verfügt über eine geräumige Schlaganlage. Der Gartenschlag von 25 m Länge ist nach Südwesten ausgerichtet. Er spielt nur die Vögel auf klassischer Witwerschaft. Diese Vögel sind auf 6 Abteile verteilt, und zwar sitzen in fünf Abteilen jeweils 10 Vögel und in einem Abteil 6. Die Letzteren sind speziell für Barcelona bestimmt. Anfang März werden alle Tauben angepaart. Ein genaues Datum hat Piet nicht, aber der Winter muss wirklich vorüber sein. Die Eier von den 8 besten Paaren und von den Zuchttauben werden umgelegt. Wenn die Jungen 14 bis 17 Tage alt sind, werden sie zusammen mit den Täubinnen in ihr eigenes Abteil gebracht. Anschließend beginnt auch sofort die Witwerschaft. Die Tauben werden dann zum Training in der eigenen Abteilung und bei der Einsatzstelle Zandvliet in Belgien für die Flüge von Dourdan mitgegeben. Dourdan liegt für Piet in einer Entfernung von 400 km. Der Fokus ist jedoch ganz auf die Flüge der Großen Weitstrecke gerichtet.

Schon früher wurden hier ansehnliche Ergebnisse verbucht. Hier sind einige davon: 24. Nat. Barcelona 8.713 Tb., 27. Bordeaux 7.886 Tb., 58. Nat. Dax ZLU, 45. Nat. Bordeaux (Alttb.), 98. Nat. Pau, 18. Nat. Barcelona 8.500 Tb., 54. Nat. Perpignan, 50. Nat. Tarbes ZLU, 18. Nat. St. Vincent 18.000 Tb.

2012 gewann Piet den 32. Nat. St. Vincent gegen 11.895 Tauben und stellte die beste Ass-Tauben in der RCC mit dem NL10-3022347. Dieser Vogel gewann in dieser Saison den 35.  Bordeaux 4.547 Tb., 68. Cahors 4.264 Tb. und 147. Bordeaux 4.479 Tb. Ferner gewann Piet den 268. und 982. Nat. Barcelona und jetzt als Glanzstück den 1. Nat. Perpignan. Außerdem gehört Piet schon seit mehreren Jahren zu den Weitstreckenmeistern der RCC (Roosendaalse Concours Combinatie).

Die Tauben bekommen während der Reisesaison Reisemischung von van Tilburg. Piet füttert eine Reisemischung der eigenen Marke. Dieser Mischung wird eine Handvoll P40 zugefügt. Ferner bekommen die Tauben nach jedem Training in ihrer Nistzelle ein bisschen Kleinsämereien.

Natürlich bekommen die Tauben Grit und Rotstein als Beiprodukte, aber ansonsten müssen die Tauben von selbst klarkommen. Das gilt auch für die medizinische Begleitung. Diese besteht gegenwärtig in der vorgeschriebenen Paramyxo-Impfung und einer knallharten Auslese, denn Piet gibt seinen Tauben keine Pillen und Pülverchen mehr. Er betont aber dabei, dass das ein jahrelanger Prozess gewesen ist und dass er noch immer sehr auf dem Quivive sein muss. Allerdings befindet sich jeden Tag das Kräuterelixier von Jan Smit in der Taubentränke. Bei den Jungtauben ist er etwas toleranter, wenn es sich um eine Infektion mit Coli handelt. Dagegen unternimmt er wohl etwas. 

Der Perpignan-Sieger 2012 in den Niederlanden ist ein fahler Vogel von 2007 mit der Ringnummer NL07-3752823. Er trägt den Namen “Den Joost”. Das ist der Name des Enkels von Piet, und nachdem der 823 auf dem Barcelona-Flug 2011 den 46. National gegen 7.046 Tauben gewonnen hatte, bekam er diesen Namen. Von Perpignan flog er in dem Jahr keinen Preis. Im Jahr davor gewann dieser Vogel den 716. Nat. Perpignan. 2012 kam “Den Joost” von Barcelona unmittelbar nach den Preisen, um jetzt von Perpignan mit 1.207 m/min schneller als alle Konkurrenten zu sein, sodass Piet den 1. National gegen 5.608 Tauben gewinnt. International belegt "Den Joost" gegen 16.921 Mitstreiter den 12. Platz.

Sein Vater stammt noch aus dem “Oude Vale”, der von der Barcelona-Sorte von Koos van de Boogaart ist. Die Mutter von “Den Joost” kommt aus einer Enkelin der "Sarina” von den Gebr. Hagens. Diese Tauben haben reichlich bewiesen, dass sie auf den schweren Klassikern mit Erfolg bestehen können. 

“Den Joost” folgte mit seinem Sieg von Perpignan den Fußspuren seiner illustren Vorfahren und lieferte Piet van Nijnatten den schönsten Sieg seiner Taubenkarriere. 

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Tekst: Arco van Vliet Plaatsing: Jim van Ingen

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