Hubert Borker (Lingen, DE) wurde 2015 als 10. Deutschen Verbandsmeister Jungtauben geehrt

Hubert Borker aus dem niedersächsischen Lingen erlebte 2015 eine hervorragende Reisesaison, die mit dem Titel des 10. Deutschen Verbandsmeisters bei den Jungtauben 2015 gekrönt wurde. An der Erringung dieses Titels waren viele Spitzentauben beteiligt, die alle das goldene Blut der Günter-Prange-Tauben führen.

Huberts Quelle für goldenes Blut in Meppen

Fiel vor 25 Jahren das Wort Biene, so dachte jeder deutscher Brieftaubenzüchter an das fleißige Insekt, welches für den wohl gesündesten natürlichen Lebenssaft (Honig) verantwortlich war und ist. Aktuell denken viele Brieftaubenliebhaber beim Wort Biene an einen Ortsteil der Stadt Lingen im Emsland. Verantwortlich für diese Veränderung sind die seit nunmehr 2 Jahrzehnten überdurchschnittlichen Erfolge der Tauben des bekannten und sympathischen Sportfreundes Hubert Borker aus Biene. Grundlage für diese langjährigen Erfolge ist wie so oft im Taubensport der „Zuflug einer fremden Taube“ oder die persönliche Bekanntschaft mit einem erfolgreichen Brieftaubenzüchter. Bei Hubert Borker trifft das Letztgenannte zu. Auf einer Brieftaubenveranstaltung lernte Hubert 1980 den schon damals sehr bekannten Günter Prange aus Meppen kennen.


Hubert Borker mit Günter Prange vor seinen Reiseschlägen

Aus diesem Kontakt entwickelte sich eine bist heute anhaltende enge Freundschaft. 1995 siedelte die erste Taube vom Meppener Champion nach Biene um. Es war eine Tochter des berühmten B-93-3248402, welcher im Jahr 1995 mit 12/12 Preisen und 976,55 As-Punkten 1. As-Vogel von Deutschland wurde. Von diesem Tag an bis heute kamen und kommen aus den besten Tauben von der wohl einzig lebenden Brieftaubenlegende im deutschen Taubensport (Günter Prange) Tauben, welche hauptverantwortlich für die Erfolge im Hause Hubert Borker sind. Ein Blick in den Zuchtschlag des 69-jährigen Züchters aus Biene lässt sehr leicht erkennen, dass die Prange Tauben in Quantität und Qualität dominierend sind. Hier züchten unter anderen Kinder des „Ringlosen Nr. 12“, des „36“, des „1009“, des „B-336“, des „580“, des „520“ und des „261“.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass Hubert Borker der Filialschlag Nr. 1 von Günter Prange ist.

Um das Zuchtpotenzial weiter zu erhöhen, wurden in den letzten Jahren zusätzlich ausgesuchte Tauben von Franz-W. Revermann, Gerard Koopman, Wolfgang Roeper, Leo Heremans, Hartmut Will und Dirk de Beer erworben. Natürlich ist eine gute Abstammung keine Garantie für Zuchterfolge, aber die Chance, aus erfolgreichen Tauben oder Linien wieder überdurchschnittliche Tauben zu züchten, ist deutlich größer, so die Ansicht von Hubert. Schaut man in die Preislisten, so geben ihm seine Erfolge Recht. Das Jahr 2015 war unbestritten das Jahr der Jungtauben. Es wurden die 1. RV-Meisterschaft bei den Jungtauben, die 1. Regionalverbandsmeisterschaft bei den Jungtauben im Regionalverband 410 und der 10. Platz bei der Deutschen Verbandsmeisterschaft Jungtauben gewonnen. Auf den Jungtierflügen der RV Lingen konnten nach Abschluss der Reisesaison 2015 lediglich 13 Tauben ein „volles Haus“ (6/6) vorweisen. 10 dieser 13 Tauben sind im Jungtierschlag von Hubert Borker zu Hause. Es handelt sich hierbei um die „1482“, die „1470“, die „1492“, die „1494“, die „1467“, die „1493“, die „1548“, die „1509“, die „1473“ und die „1548“. Die „1482“ war die beste Jungtaube der RV Lingen mit 6/6 Preisen und 555,17 As-Punkten. Ihr Vater ist der 02098-05-614, welcher ein Sohn des berühmten „330“ ist. Die Mutter ist die 02098-10-1687, welche eine Tochter der berühmten „1000“ ist. Die „1482“ ist somit eine reine Prange-Taube. Dass Günter Prange seine alten Basistauben (Delbar) mit den Tauben von Gerard Koopmann gekreuzt und damit seinen Stamm veredelt hat, ist bekannt.


1. As-Jungtaube RV Lingen 6/6 mit 555,17 As-Punkten und 1374 Preiskilometern


02098-05-614, Sohn „330“, Vater von 07259-15-1482


02098-10-1687 Vollschwester „261“ – Mutter von 07259-15-1482

Dieses Erfolgsmodell (Prange x Koopman) spiegelt sich auch in der „1470“ von Hubert Borker wider. Der Vater ist der 02098-06-333, welcher ein Sohn der vielleicht berühmtesten Taube Deutschlands, des „Ringlosen Nr.12“ ist, und der ist wiederum ein Sohn des nicht weniger bekannten Koopman-Vogels NL-94-2227959 (Sohn Beatrixdoffer). Die Mutter der „1470“ ist die originale Koopman-Täubin NL-10-1109726, welche aus dem „Brandon“ NL-01-1135568“ und der „Ermerveen’s Hope“, Tochter NL-08-2049038, gezogen wurde. Beide Eltern der NL-10-1109726 tragen somit die Gene des „Kleine Dirk“ von Gerard Koopman in sich.


3. As-Jungtaube RV Lingen 6/6 mit 522,51 As-Punkten und 1374 km


02098-06-333 Sohn Ringloser – Vater von 07259-15-1470


NL10-1109726 Tochter Brandon – Mutter 07259-15-1570

Die „1467“ ist gezogen aus dem originalen Koopman-Vogel NL-10-1109638, welcher väterlicherseits ein Enkel aus dem Olympiavogel „Branco“ NL-94-2227820 und der „Alma“ (Halbgeschwister „Kleiner Dirk“) ist und mütterlicherseits aus dem Olympiavogel „Ermerveen’s Hope“ NL-00-4728193 und der „Gerards Favourite“ NL-03-5343028 stammt. Somit tragen beide Elterntiere des „Little Star“ NL-10-1109638 das Blut des „Kleinen Dirk“ in sich. Die Mutter der „1467“ ist die 02098-09-1894, welche väterlicherseits eine Enkelin des „02098-97-330“ und mütterlicherseits eine Enkelin des „Branco“ von Gerard Koopman ist.


7. As-Jungtaube RV Lingen 2015 6/6 mit 443,38 und 1374 Preiskilometern


NL-10-1109638 – Enkelin Branco/Ermerveen’s Hope - Mutter von 07259-15-1467


02098-10-1894 Enkelin Branco/330 – Mutter von 07259-15-1467

Die „1482“, die „1470“ und die „1467“ sind ein weiterer Beweis, dass die Kreuzung von Prange mal Koopmann nicht nur in Meppen ein Erfolgsmodell ist. Dass die Prange-Tauben auch mit anderen Tauben verpaart zu überdurchschnittlichen Leistungen fähig sind, beweisen die „1492“und die „1494“. Die „1492“ ist gezogen aus dem 02098-03-1277, einem Sohn des „Ringlosen Nr.12“ und der „Little Wonder“ 02730-08-777, welche eine Tochter des berühmten „Het Wonder“ NL-93-1979344 von Franz-W. Revermann ist. Der Vater der „1494“ ist ein Sohn des 02098-08-520 von Günter Prange, und die Mutter ist eine „Urenkelin Real King“ NL-08-1458983 von van Koppen.

Wie an diesen Beispielen eindeutig zu erkennen ist, sitzen auf dem Zuchtschlag in Biene ausschließlich Kinder und Enkelkinder aus leistungsstarken Tauben bzw. Familien. Der Zuchtschlag bietet zurzeit ein gemütliches zu Hause für 30 Paare. Zusammen mit den ca. 50 bis 60 Reisetauben ist daher der Gesamtbestand sehr übersichtlich. Dass Erfolge wie die im Jahr 2015 möglich sind, bedarf es neben dem überdurchschnittlichen Taubenmaterial auch einer funktionierende Schlaganlage sowie dem Engagement des Züchters. Alle diese Faktoren finden wir in Biene bei Hubert. Was das Jungtaubenspiel betrifft, werden die Jungtauben natürlich verdunkelt und langsam an dem Reisekorb gewöhnt. Hubert nutzt dafür seinen eigenen Trainingsanhänger. Die Jungtauben müssen vor dem ersten privaten Trainingsflug 2 Mal im Anhänger „schlafen“. So lernen die Jungtauben auch das Trinken im Korb, so die Meinung des Meisterzüchters. Zusätzlich sind im Jungtierschlag Glastränken hinter Gitterstäben aufgestellt, wodurch sie auch an das Trinken im Kabinenexpress gewöhnt werden.

Vor dem Preis steht auch im Haus Borker der Fleiß! Die Jungtauben werden vor den Wettflügen ca. 10 Mal privat auf Entfernungen zwischen 3 und 70 km trainiert. Beginnen die Wettflüge, wird lediglich mittwochs ein privater Trainingsflug durchgeführt. Was die Versorgung betrifft, werden die Jungtauben genauso gefüttert wie die Alttauben. Als Standardfutter für das ganze Jahr wird „Prange Grand Prix“ der Fa. Beyers genutzt. Je nach Entfernung der Flüge wird dem Futter Paddyreis zugemischt. Als Beiprodukte ist Hubert von der „Prangesuppe“ und von „Blitz“ überzeugt, welche er während der Reise wöchentlich einsetzt. Mineralien stehen den Jung- und Alttauben auf dem Schlag frei zur Verfügung. Die rote Mineralmischung von Dr. F. Marien wird besonders gerne aufgenommen. Medikamente werden nur auf Anordnung von Dr. Marien verabreicht. Eine regelmäßige Gesundheitskontrolle der Tauben ist alle 4 Wochen im Versorgungsprogramm der Tauben integriert. Aufgrund des intensiven Umgangs mit seinen Tauben ist der enge Kontakt bzw. die Bindung zwischen Hubert und seinen Tauben für jeden Gast auf den Schlägen erkennbar. Selbst die Cockerspaniel-Hündin Kaya, welche nicht von Huberts Seite weicht, ist auf dem Schlag kein Fremdkörper für die Tauben. Ob diese Nähe zu seinen Tauben sich motivierend auswirkt, beantworten die Tauben mit ihren Ergebnissen in den Preislisten.

Schaut man noch mal auf die Saison 2015, bemerkt man, dass der Regionalverbandsflug Heppenheim (325 km) am 06.09.15 für Hubert den Höhepunkt einer sehr guten Saison bildet. Bei gutem Taubenwetter wurden die Tauben um 08:00 Uhr gestartet. Seine erste Taube konnte Hubert um 12:40 Uhr konstatieren (Fluggeschwindigkeit von 1207 m/min), was in der RV-Liste den 3. Konkurs bedeutete. Es folgten mit der 4., 5., 7., 8., 10a., 10b., 12., 13., 14., 16., 17., 19. und 20. Taube in der RV Lingen weitere Spitzenplatzierungen. Von 45 gesetzten Tauben konnten sich 37 in der Preisliste platzieren, ein Traumergebnis. Würde man auch noch die Erfolge in den Jahren 2010 bis 2015 an dieser Stelle präsentieren, so würde der Platz nicht ausreichen. Stellvertretend für die großen Erfolge hier ein kleiner Auszug. 34 Mal wurden in dem Zeitraum 2010 bis 2015 der erste Konkurse gewonnen. In verschiedenen Meisterschaften auf Regionalverbandsebene inklusive As-Taubenwertung war Hubert Borker mit seinen Tauben 14 Mal der Sieger. Auf RV-Ebene wurden in diesem Zeitraum 57 Meisterschaften inklusive As-Taubenwertung der gewonnen. Dass die Borker-Tauben sich auch auf Tribünenflügen gut präsentieren, bewiesen die 07259-15-1563 und die 07259-15-1566 mit dem 3. und 12. Platz beim Prof. Dr. Kohaus RUHR DERBY 2015 in Essen. Beide Tauben stammen zu 100 Prozent von Tauben des Meppeners Champion Günter Prange ab. Eine genaue Auflistung der Ergebnisse bzw. eine Vorstellung erfolgreicher Tauben sind auf der Webseite von Hubert Borker einsehbar. Anzumerken ist, dass Hubert in den Jahren 2010 bis 2013 eine Schlaggemeinschaft mit seinem Sohn bildete. Seit 2014 führt Hubert seine Tauben wieder in Eigenregie und dies mit viel Engagement und großen Erfolgen!