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Marcel & Gunter Vercammen (Vremde, BE) 1. Nat. Montluçon 22.672 Jährige und schnellste von 40.104 Tauben

Nach einem Millimeterspurt gingen Marcel & Gunter Vercammen mit knapp 3 Sekunden Vorsprung schließlich als Nationalsieger bei den Jährigen von Montluçon durchs Ziel. Ihre siegreiche Täubin war darüber hinaus die schnellste der insgesamt 40.104 teilnehmenden Tauben!

Konstatiert um 13.57’16” Uhr auf einer Entfernung von 554,846 km, woraus eine Geschwindigkeit von 1470,70 m/min errechnet wurde, gewinnt  ‘Spirit’ van Marcel & Gunter Vercammen den Nationalflug von Montluçon. Damit liegen sie nur um Haaresbreite vor der Schlaggemeinschaft Van Hove-Uytterhoeven aus Putte, deren Taube eine Geschwindigkeit von 1470,49 m/min erreichte und damit auf dem 2. Platz national landete. Auch den 4. Platz national verbuchten sie für sich. Nur René & Patrick Vervloesem gelang es, noch eine Taube dazwischen zu schieben, die damit den 3. Platz national für sich beanspruchte.

‘Spirit’ triumphiert

Marcel & Gunter Vercammen gingen in der Saison 2012 mit 14 Witwern (Vögeln) und 12 Reiseweibchen an den Start. Beide Geschlechter werden auf klassischer Witwerschaft gespielt. Die Partner bleiben also zu Hause. Die Vögel fliegen zum größten Teil auf den Mittelstreckenflügen der Union Antwerpen und die Weibchen auf den Klassikern der Großen Mittelstrecke und Kleinen Weitstrecke. Ihre siegreiche Täubin mit Namen ‘Spirit’ ist ein Jungtier aus der 3. Runde von 2011. Als Jungtaube wurde sie zwar verdunkelt, sodass ihre Mauser verzögert wurde, aber sie kam nicht weiter mit als bis Quiévrain, weil sie ihre Sache von dort gut machte. Darum ließen Marcel & Gunter sie auf dieser Entfernung. Sie hatte also wenig Erfahrung, trotzdem ließ sie 2012 von Noyon und Melun sofort ihre Klasse aufblitzen. Es wurde jedoch lange überlegt, ob man sie für Bourges einsetzen sollte. Ein provinzialer Klassiker schien unseren Gastgebern als Vorbereitung für die Nationalflüge besser für sie zu sein. Aber schließlich saß sie doch im Korb für Bourges und versagte total. Sie kam erst am nächsten Morgen in Vremde an, aber sah außerordentlich frisch aus. Nach einer Woche Ruhe wurde sie für den provinzialen Flug von Châteauroux eingekorbt, auf dem sie mit einem 7. Preis provinzial bewies, dass sie ihre Lektion gelernt hatte. Wieder eine Woche später kam sie in den Korb für Montluçon. Den Rest der Geschichte kennen wir inzwischen: Das Ergebnis war der Nationalsieg!

-"SPIRIT"   BE11-6044135

29.04. Noyon               767 Jähr. 44
12.05. Melun             2.131 Jähr. 77
09.06. Châteauroux Prov. 2.478 Jähr. 7
17.06. Montlucon   Nat  22.672 Jähr. 1

Zugleich also auch die schnellste von 40.104 Tauben. In ihrem Stammbaum finden wir den bewährten Stamm des Schlages Marcel & Gunter Vercammen mit den Erfolgslinien von ‘Rapido’, ‘Kleine’ und ‘Tornado’, gekreuzt mit einigen Tauben, die kürzlich dazu kamen. Sie stammt aus einer Inzucht auf ‘Den 58’ (ein Sohn aus ‘Gommaire 706/03’-Linie 'Kletskop' x ‘Geschift 42’), aus einer Paarung ‘Enkel von Den 58’ x ‘Tochter von Den 58’, mit

Vater: ‘Dicky’ BE09-6249893. Er wurde sofort auf den Zuchtschlag gesetzt, weil er ein Sohn der Supertäubin ‘Blue Ace’ BE08-6143915 ist , die u.a. folgende Preise auf ihrem Konto hat:

In 2009: 
Noyon             521 Tb. 7
Etampes         2.843 Tb. 16
Etampes         2.376 Tb. 12
Bourges Prov.   4.376 Tb. 2.
        N.Zone 10.535 Tb. 11
        Nat.   22.499 Tb. 67
Bourges Prov.   3.293 Tb. 1
        Nat.   16.535 Tb. 11
In 2008:
1. Ass-Taube Mittelstrecke Jungtauben 
Marne           1.319 Tb. 2
Pithiviers        875 Tb. 3
Melun           1.456 Tb. 13
Marne           2.172 Tb. 14
Pithiviers      1.728 Tb. 23

Diese ‘Blue Ace’ ist eine Tochter aus ‘Tornado 502/05’ (seinerseits ein Sohn von ‘Rapido’) x ‘Maxima’ (Tochter des ‘Kleine’). ‘Dicky’ ist väterlicherseits ein Enkel von ‘Den 58’.

Mutter: ‘Laat 891’ BE09-6249891, eine volle Schwester von ‘Ella’, einer Spitzentäubin mit dem 4. Dourdan 1.482 Tb., 7. Dourdan 1.036 Tb., 19. Dourdan 1.835 Tb., 36. Dourdan 2.198 Tb. und zugleich eine Tochter aus dem Spitzenzuchtvogel ‘Den 58’ 658/04 x ‘Gastona 064/08’, einem Original von Gaston Van de Wouwer und Enkelin des Wunderzuchtvogels ‘Kaasboer’.

Ihren Stamm bauten sie auf mit Tauben von René Verdonck (Ursprung Jos Van Den Bosch), Karel Meulemans, Flor Van Loock (Sohn ‘Orléans’ und eine Tochter ‘Super Vaal’), Frans Van Beirendonck (Kauf des ‘Kleine 459/98’, eines Enkels der ‘Bosduif’, die 3. nat. Ass-Taube war), Van Hove-Uytterhoeven (Linie ‘Golden Boy’ durch den Kauf von ‘Cupidoke’, 17. nat. Argenton) und Gaston Van de Wouwer (Linie ‘Kaasboer’). Daraus wurden die Stammpaare “Zilveren” 830/93 x “Schoon Genopt” 726/93 und “Kleine Cupido” 037/90 x “Chana” 257/95 zusammengestellt. Wer den vollständigen Stammaufbau genau überblicken möchte, kann diesen finden in der Reportage, die wir nach dem provinzialen Sieg von Bourges 2009 gemacht haben.

Frauen an die Macht

Auch auf den Schlägen von Marcel & Gunter Vercammen sind deutlich die Damen am "Drücker", ein Trend, der sich auf der Großen Mittelstrecke mehr und mehr durchsetzt. Die Weibchen wurden Mitte Januar gepaart und zogen ein Gelege auf. Anfang April wurden sie noch einmal angepaart und durften etwa 5 Tage brüten. Während dieser Zeit wurde mit dem Training begonnen. Normalerweise fliegen sie dann zwei Mal hintereinander auf der Großen Mittelstrecke oder Kleinen Weitstrecke und bekommen danach eine Woche Ruhe, in der sie nur an einem Quiévrain-Flug teilnehmen. Das ist nicht so sehr als Trainingsflug gedacht, sondern eher dafür, um das Ritual mit ihrem Männchen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wie uns Marcel sagt. Sonst denken die Damen daran, sich untereinander zu paaren, und das ist die Pest für das Spiel mit Täubinnen. Es kann auch sein, dass sie ausnahmsweise 3 Flüge von 500 bis 600 km hintereinander absolvieren müssen, aber dann muss sehr leichtes Flugwetter herrschen. Es bleiben auch jedesmal einige zu Hause als Reserve für die kommende Woche. 

Im Normalfall kommen sie nun noch mit nach Argenton und Limoges (Jährige). Danach werden sie in zwei Gruppen aufgeteilt, die mit gut zwei Wochen Unterschied im Hinblick auf die Nationalflüge von Bourges II bis Gueret angepaart werden. So hat man für diese Spätsommerklassiker jeweils eine Mannschaft mit idealem Neststand. Solange sie auf Witwerschaft sitzen, bekommen sie vor dem Einkorben für zirka eine halbe Stunde ihr Männchen zu sehen. Nach der Heimkehr bleiben sie meistens bis zum Abend zusammen. Nach einem besonders schweren Flug kann das Zusammensein ausnahmsweise auch mal bis zum nächsten Morgen dauern. Am Anfang der Woche trainieren sie nicht so intensiv, aber wenn sich der Einsatztag nähert und sie beim Rauslassen ungefähr 15 bis 20 Minuten wegziehen, um anschließend noch rund um den Schlag gut zu trainieren, weiß Marcel, dass mit der Kondition alles in Ordnung ist. Tauben, die beinahe jede Woche 500 km und mehr fliegen, müssen nach Ansicht von Marcel keine volle Stunde oder anderthalb Stunden in der Luft hängen. Das Wegziehen, je mehr sich der Einsatztag nähert, ist stets ein positives Signal, das als ein Zeichen für Form gewertet wird. 

Beim Futter vertrauen Marcel & Gunter auf die Vanrobaeys-Mischungen, während sie bei den die Kondition unterstützenden Produkten auf das Angebot der Firma Röhnfried zurückgreifen. Bei der Heimkehr gibt es Elektrolyte in Form von Avipharm, an Vitaminen Gervit-W und als Konditionspräparat RO-200. Vor der Saison bekamen die Tauben eine 5-tägige Kur gegen Trichomonaden und anschließend eine knappe Woche Soludox für die oberen Luftwege. Vor gut zwei Wochen ist Marcel zur Kontrolle zum Tierarzt gefahren, aber es wurde nichts gefunden. Die Tauben sahen prima aus und strotzten vor Gesundheit, und das wurde am vergangenen Sonntag mit dem Nationalsieg von Montluçon bestätigt.

Auf dem Schlag sitzen etwa 20 Zuchtpaare, die 100 bis 120 Jungtauben aufziehen. Das ist aufgrund der in der Nähe verlaufenden Hochspannungskabeln, in denen jedes Jahr viele Tauben verunglücken, notwendig, erzählt Marcel. Zur Zeit sitzen noch etwa 80 Jungtauben auf den Schlägen, die in zwei Gruppen unterteilt sind und mit der Schiebetür gespielt werden. Die erste Gruppe wurde bis Ende Mai verdunkelt und muss hauptsächlich an den Flügen bis einschließlich dem nationalen Bourges-Flug von Ende Juli teilnehmen. Danach ist die zweite Gruppe an der Reihe, die bis Mitte Juni verdunkelt wurde. Diese Gruppe wird dann auf den übrigen Nationalflügen eingesetzt. Die erste Gruppe wurde bereits intensiv antrainiert, wobei sich die Verluste in Grenzen hielten, denn 45 von den 48 Jungtauben, mit denen begonnen wurde, befinden sich noch auf den Schlägen. Sie absolvierten an diesem Sonntag auch ihren ersten Noyon-Flug, auf dem mit dem 1. Preis begonnen wurde. Das war schon der Vorbote für den Nationalsieg, der später am Nachmittag folgen sollte. 

Marcel & Gunter Vercammen machen ihr Ding ganz klar nicht mit der Masse, sondern mit Tauben von echter Spitzenqualität, die auf den nationalen Klassikern streng ausgelesen wurden. Mit dem Gewinn des 1. Prov. Bourges, 2. Prov. Bourges usw. waren sie einem Nationalsieg schon mehrmals ganz nah, und am vergangenen Wochenende ist es ihnen endlich gelungen.  Mit diesem 1. Preis national von Montluçon setzen sie ihrem Werk die Krone auf. Die Champagnerkorken durften knallen!

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