Suchen

Jo und Robert Bernaert (Middelkerke, BE) gewinnen Pau National in Belgien

Die Küstenprovinz kam auf dem Nationalflug von Pau gut zum Zuge. Jo und Robert Bernaert erwiesen sich als die Besten. Nur einige 100 m vom Strand entfernt, mitten in den Dünen schoss am Freitagabend ihr Simon nach unten und eroberte den Nationalsieg. Ein Traum, den die Familie seit mehr als 60 Jahren träumte, ging in Erfüllung.


Einer der Flügel, mit denen Simon nach Hause jagte

Der schönste Tag

"Dies ist der schönste Tag unserer Taubenlaufbahn", meint Jo. "Hier in 100 m Entfernung vom Strand ist es sozusagen unmöglich, einen frühen provinzialen oder nationalen Preis auf der Mittelstrecke oder Kleinen Weitstrecke zu gewinnen. Auf den Flügen von Dax, Pau, St.-Vincent, Barcelona und Perpignan kann das schon mal klappen, wenn alles mitspielt. Darum geben wir schon seit Jahren Tauben auf diesen Flügen mit. Zugleich ist es für uns auch ein betrüblicher Tag, denn wir sind uns darüber im Klaren, dass es schon an Wunder grenzt, dass wir hier einen Nationalsieg erobert haben. Wir haben 60 Jahre darauf gewartet, und es wird sich vielleicht nicht so schnell wiederholen."

Jo und Robert Bernaert

Jo und Robert stammen aus einer echten Taubenzüchterfamilie. Ihr Vater Wilfried, der selbst ein begnadeter Taubenzüchter war, hatte  5 Söhne, die alle im Taubensport aktiv waren. Vater Wilfried und seine Söhne erlebten Höhepunkte auf der Weitstrecke. So wurden sie 1972 2. nationaler Meister bei der Belgische Verstandhouding. 2008 beschlossen Jo und Robert, zusammen zu spielen. Jo (66) ist ein Bierhändler im Ruhestand, der selbstständig mit Tauben spielte. Er war erfolgreich auf der Mittelstrecke bis hin auf Bordeaux. Nach dem Abriss der elterlichen Wohnung wich er nach Oostduinkerke aus. Leider durfte er dort keine Tauben mehr halten, und so wurde sein gesamter Bestand von 120 Tauben bis auf 6 Stück weggegeben. Robert (68) stand immer im Schuldienst, zuerst als Lehrer und später als Direktor. Er sorgte immer für die Zuchttauben von seinem Bruder. Robert und Jo spielen einzig und allein zu ihrem Vergnügen. Selten oder nie setzen sie Geld auf ihre Tauben. Trotz ihrer guten Ergebnisse der letzten Jahre scheuen sie die Medien und prahlen nicht mit den Leistungen ihrer Tauben. Robert ist der Mann, der für die Versorgung der Tauben einsteht, wobei ihm sein Bruder Jo, wenn nötig, hilft. Jo ist der Mann, der Besorgungen macht, trainiert, einkorbt, Futter holt usw. 


V.l.n.r.: Jo, Robert und Rik Bernaert

Ihr Bestand und die Rassen

Die Saison wurde mit 20 Witwern (11 alte und 9 jährige) begonnen. Jedes Jahr werden etwa 30 Jungtauben gezüchtet, die alle an den Nationalflügen teilnehmen müssen. Ihr Hauptaugenmerk richten sie jedoch auf die Flüge der Großen Weitstrecke. Der Grund dafür ist, dass sie sich dort direkt an der Küste nur auf diesen Entfernungen profilieren können. Der Stamm wurde mit Tauben von folgender Herkunft aufgebaut: Gerard Chijs aus Koekelare, Deweerdt aus Kortemark, Van Bruane aus Lauwe, Andre Brouckaert aus Wervik, Van Lerberghe aus Elverdinge, Fernand Malfait aus Jabbeke, Ko van Dommelen aus St.-Philipsland (Niederlande), Roger Florizoone aus Nieuwpoort, Georges Van Maele aus Brugge und Eric De Vlaminck aus Hulste.

Simon, der Nationalsieger von Pau 2013 in Belgien

Viel Buchhaltung haben sie nicht, aber von jeder Taube wissen sie die Spitzenpreise auswendig. So erzählten sie, dass Simon neben Spitzenpreisen von Cahors und Narbonne auch den 87. national von Libourne flog. Und jetzt gewann er also den 1. national Pau gegen 2.075 Tauben, was zugleich international der 11. gegen 8.527 Tauben wurde. Simon stammt aus dem Jonge Dax mit der 796/06. Der Jonge Dax stammt seinerseits aus dem Cahors von Deweerdt in der Paarung mit der Nijntje von Fernand Malfait. Der Jonge Dax flog den 102. national von Cahors und den 200. national von Irun. Der Cahors von Deweerdt gewann u.a. den 7. national Dax und den 20., 85. und 125. national von Cahors. Nijntje ist eine Tochter des Bettini von Fernand Malfait, der den 1. national Dax gewann. Die Mutter von Simon ist die 796/06, eine Täubin, die aus dem Linkaard von André Brouckaert mit der Bont von Roger Florizoone gezogen wurde. Der Linkaard ist der Bruder von Dokus, der den 67. international von Barcelona flog, von Napoleon, der den 86. international von Barcelona gewann und von Hydra, der den 112. national Narbonne machte. Die Bont von Roger Florizoone muss sich mit ihrer Herkunft nicht verstecken, denn unter ihren Vorfahren ist dessen Barca. Schaut man den Stammbaum von Simon an, wird einem klar, dass hier keine Birnen von einem Apfelbaum gefallen sind. Klick hier für den Stammbaum von Simon.

Wir wünschen den Brüdern Jo und Robert noch viel Freude an ihren Tauben, und wer weiß, vielleicht müssen sie nicht wieder 60 Jahre auf den nächsten Nationalsieg warten.

Kommentare

Proficiat,
Doet deugd te weten dat geduld beloond wordt.

ik sluit mij hier graag bij aan .
hartelijke gelukwensen . Zware fond is nu eenmaal sowieso synoniem van geduld en geduld en volharding .....
mvg
roger casier

Een droom die uitkomt, in De Westhoek! Proficiat!!!