Der 27. Internationale TaubenMarkt in Kassel mit großem Besucherandrang

Der 27. Internationale TaubenMarkt in Kassel am 22. und 23. Oktober war ein voller Erfolg. Eine halbe Stunde vor Eröffnung war die Eingangshalle schon gerammelt voll von Taubenzüchtern, die auf den Einlass warteten.

Auf dem großen Parkplatz rechts vor der Halle war nur noch in den hinteren Reihen ein Plätzchen zu finden, und auch auf den anderen Parkplätzen bot sich ein ähnliches Bild. Wann hatte es das gegeben? An solch einen Erfolg hatten viele nicht geglaubt. Im Gegenteil, viele hatten vermutet (und manche auch gehofft), dass jetzt, nach dem Tod von Uwe Kreutzfeld, die Tage dieser Veranstaltung gezählt seien. Das genaue Gegenteil ist jedoch eingetreten. Im Verhältnis zum Jahr 2015 ist die Zahl der Besucher um 10% gestiegen. Und das konnte man merken, denn am Samstag gab es in den Gängen manchmal kaum ein Durchkommen.

Uwe Kreutzfeld war am 9. April 2016 gestorben, viel zu früh, denn er war auch vom guten Jahrgang 1944. Sein Lebenswerk wird jetzt von seiner Witwe Irma Kreutzfeldt und seinem Sohn Oliver Kreutzfeld fortgeführt. Irma Kreutzfeld spricht übrigens fünf Sprachen, was ihr bei den Verhandlungen mit den vielen ausländischen Standhaltern und Besuchern sehr zugute kommt. Irma und Oliver Kreutzfeld haben einen mehr als guten Job gemacht. Die meisten Besucher freuen sich darum auch schon auf Kassel 2017.


Irma Kreutzfeld führt zusammen mit Sohn Oliver das Lebenswerk ihres Mannes fort

In den Ausstellungshallen drängten sich die Besucher am Samstag so sehr, dass manch ein Züchter manchmal kaum an den Stand, den er unbedingt besuchen wollte, herankommen konnte. Aber trotzdem blieb die Stimmung bei allen sehr gut, hatte man so doch auch Gelegenheit mit anderen Sportfreunden ins Gespräch zu kommen und Gedanken auszutauschen.

Die Zahl der Züchter, die Tauben verkaufen wollten, lag bei etwa 130. Und dann kamen noch die dazu, die die Standgebühr sparen und außerhalb der Hallen ihre Tauben zu Billigpreisen an den Mann bringen wollten. Ich frage mich natürlich immer, ob alle Abstammungen der angebotenen Tauben stimmen oder ob im Stammbaum ein oder zwei Generationen ausgelassen wurden. Aber das muss jeder Käufer selbst prüfen. Die Qualität der angebotenen Tauben war zum Teil sehr gut. Viele Taubenverkäufer waren schon am Samstag mit dem Gang der Geschäfte sehr zufrieden.

Die Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen, aus Belgien, aus den Niederlanden, aus Frankreich, aus Italien, aus Polen, aus Tschechien, aus Österreich und selbst aus England waren sie mit Bussen gekommen. Die Messe in Kassel hat den richtigen Termin für einen Taubenkauf, denn über kurz oder lang beginnt die Winterzucht, und wer sich verstärken will, kann in Kassel vielleicht noch ein Schnäppchen machen. Die Preise lagen im Allgemeinen zwischen 30 und 250 Euro, aber es fanden selbst die Tauben für 1.250 Euro ihre Käufer. Aber das waren dann schon ganz spezielle Tauben.


Zufriedene Gesichter bei Taubenkäufern und -verkäufern

Doch nicht nur die Taubenverkäufer waren zufrieden, auch die meisten Industrieaussteller hatten sehr viel zu tun. Was haben die Leute doch an Körben, Nistschalen, Nesteinlagen und den unterschiedlichsten Beiprodukten aus den Hallen geschleppt. So manch eine Firma war am Sonntag ausverkauft. Ja, die Besucher waren schon interessiert an dem, was die Industrieaussteller zu bieten hatten. So gab es dann auch sehr zufriedene Gesichter bei den Händlern. Manch ein Taubenzüchter wird seinen Jahresbedarf an Beiprodukten hier in Kassel gedeckt haben.

Auch die Veranstalter vieler internationaler Tribünenflüge waren mit ihren Informationsständen vertreten, an denen sie um neue Interessenten warben. An der Zahl dieser Stände lässt sich ablesen, dass sich diese Art, den Taubensport zu betreiben, zunehmender Beliebtheit erfreut.

Besonderer Andrang herrschte diesem Jahr am Stand der Firma Natural. Diese Firma hatte anlässlich ihres Jubiläums - die Firma besteht 80 Jahre und die Zuchtstation 60 Jahre - eine sehr interessante Broschüre herausgegeben. Dieses kleine Büchlein war ein echter Publikumsmagnet. Selten habe ich so viel begeisterte Menschen am Stand von Natural gesehen.

Ein weiterer interessanter Stand war der der Firma Comed aus Belgien. Auch hier gab es eine kleine Broschüre, in der über einen Taubensport ohne Antibiotika geschrieben wird und wie die Abwehrkräfte der Tauben ohne Antibiotika aufgebaut werden können.

Zur Enttäuschung vieler Züchter war der Deutsche Verband auch diesmal wieder nicht vertreten. Manch einer hätte gern seine Kotprobe abgegeben.


Die Versteigerungshalle war gerammelt voll

Am Samstag und Sonntag fanden auch Versteigerungen statt. Wie Sie auf den Fotos sehen können, standen die Interessenten in der Versteigerungshalle dicht gedrängt, und es wurde gutes Geld gemacht. Es wurden aber auch erstklassige Tauben versteigert.

Ich denke, dass kein Besucher und auch kein Aussteller des 27. Internationalen TaubenMarkts bereut hat, dort hingefahren zu sein. Man konnte wieder einmal erleben, wie der Taubensport die Menschen über Grenzen hinweg verbindet. Freuen wir uns auf den 28. TaubenMarkt in Kassel!

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