Van Hertem-Schuurmans (Neerpelt, BE) gewinnen den Nationalflug Guéret bei den alten Tauben

Die Erfolgskurve des erfolgreichen Ehepaares Henri und Lisette Van Hertem-Schuurmans geht stetig weiter nach oben. Seit Jahren mischen sie an der Spitze des Feldes mit, ohne zu befürchten, aus dem Tritt zu kommen. Bei den alten Tauben ist es ihnen gelungen, mit ihrem Simen den Nationalsieg zu erobern!


Simen, der Nationalsieger von Guéret 2013 bei den alten Tauben

Träumen von…

Hier liegt bei den Tauben kein Federchen verkehrt. Sie befinden sich in Hochform. Mit großer Einigkeit behandeln sie ihre Tauben, als ob es ihre eigenen Kinder wären. Henri verrät, dass er während der ruhigen Zeit von Tauben träumt. “Man hat Erwartungen, macht Pläne, setzt in Gedanken Paare zusammen usw.” Sie hoffen immer auf gute Ergebnisse, Spitzenpreise usw., aber auch sie erreichen ihre Erfolge nur mit vielen Aufs und Abs.

Großartig und frustrierend

Sie haben große Hochachtung vor ihren Tauben. Mit Aufrichtigkeit in der Stimme sagt Lisette, wie großartig es doch ist, Tauben zu haben, die erfolgreich sind. “Es ist nicht erst so, seit wir diesen Nationalsieg haben, aber jede Taube, die stark fliegt… Das ist doch herrlich.”

Nicht dass immer alles eitel Sonnenschein ist. In dieser grünen Provinz hat man auch oft Probleme mit Greifvögeln. Der lange und strenge Winter hat auch Sperber und Wanderfalken besonders hungrig gemacht. “Ich vermute, dass wir etwa zehn Tauben durch ihre Angriffe verloren haben. Verletzt oder getötet. Das ist natürlich bitter.”


V.l.n.r.: Lisette, Henri und Franky Appelmans (Nationalsieger Guéret 2013 bei den Jährigen)

Jung und vital

Ist der Zuchtschlag bei Van Hertem-Schuurmans der Schlüssel zum Erfolg? Sowohl Henri als auch Lisette sind sich vollkommen einig: Es darf kein Altersheim werden. “Vitale Tauben geben eher lebenskräftige Junge”, weiß Lisette. Außerdem gibt es hier, bis auf einige Ausnahmen, keine festen Zuchtpaare. Sie scheuen sich nicht, die Tauben umzupaaren, sie suchen nach passenden Tauben und nach den passenden Partnern dafür. Die Reisetauben machen durchweg Karriere, bis sie drei Jahre alt sind. “Wenn sie so alt sind, haben sie auch eine ganze Menge Kilometer auf dem Zähler stehen”, lachen sie.

Relativieren

Es sind keine Meckerfritzen, diese beiden. Im Gegenteil. Sollte einmal ein etwas schlechterer Flug dazwischen sein, lassen sie nicht die Köpfe hängen. “Man muss nach vorn schauen, sowohl im Leben als auch auf dem Taubenschlag”, meint Lisette. In gewissem Sinn wird aber doch untersucht, was eventuell schief gelaufen ist, aber in ihren Augen gibt es auch viele äußere Faktoren, die das Taubenspiel bestimmen können. “Man kann sie doch nur schwer an die Leine nehmen”, scherzt Henri.


Die Schläge des Hauses Van Hertem-Schuurmans

Treibhauspflanzen

Die Wetterverhältnisse spielen in dieser Saison die Hauptrolle. Kalt, nass, Gegenwind, die Züchter wurden bis auf eine seltene Ausnahme nicht mit echtem Taubenwetter verwöhnt. Die Köpfe wurden nicht in den Sand gesteckt, aber es wurde vorsichtig begonnen. “Es hat keinen Sinn zu versuchen, die Form zu forcieren oder wenn saumäßiges Wetter vorhergesagt ist, Tauben einzusetzen”, sagt Henri. Doch wurde an fast allen Flügen teilgenommen, wenn auch mit einer begrenzten Zahl von Tauben. “Nicht dass wir aus unseren Tauben Treibhauspflänzchen machen wollen, aber etwas Vorsicht und Verantwortung muss man als Züchter auch selbst walten lassen.” Bei missglückten Auflässen zu Trainings- oder Preisflügen wollen sie den Schwarzen Peter nicht weitergeben. “Die Auflassleiter haben eine undankbare Aufgabe, sie müssen so viele Faktoren berücksichtigen.”

Keine Planung

Der Poulebrief bleibt bis zum Augenblick des Einkorbens unberührt. “Manche Züchter können ihn montags schon ausfüllen, aber wir entscheiden uns erst in dem Moment, in dem wir sie in die Hand nehmen”, sagt Lisette. Während des Trainings am Haus oder bei einem privaten Trainingsflug machen sie sich wohl ein Bild. Aufgrund dieser Beobachtung kennen sie ihre Tauben durch und durch. Die Reisemannschaft für totale Witwerschaft besteht aus etwa 90 Tauben. “Normalerweise werden alle Tauben an jedem Wochenende gespielt, egal ob kurze oder weite Flüge. Ganz bestimmt die Weibchen werden durch die wöchentliche Tretmühle geformt.”


Henri auf den Schlägen

Nachzügler gewinnt

Der siegreiche Vogel des Jahrgangs 2010, Simen mit Namen, ist einer der Sterne am Taubenfirmament von Neerpelt. Er kann einen schönen Leistungsnachweis vorzeigen. Den Höhepunkt darin bildet der Nationalsieg von Guéret. Von Montluçon gelang ihm noch ein ansehnlicher 112. Platz national.

Dass das Glück manchmal an einem seidenen Faden hängt, beweist einmal mehr dieser stahlblaue Flieger. Vom Nationalflug von La Châtre des Jahres 2011 kam er erst nach einer Woche nach Hause. “Er war danach doch eine ganze Weile nicht gut zurecht”, sagt Lisette mütterlich. Er bekam die Zeit, um sich zu erholen und wieder Kräfte zu sammeln. 


Das Auge von Simen