Uwe Hermes (Hamm/Sieg, DE) gewinnt den 1. National Narbonne von Deutschland gegen 1.308 Tauben

Es war der 25. Nationalsieg für die Schläge von Raymund Hermes. Riesenerfolge für den weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Züchter aus Hamm an der Sieg. Doch damit nicht genug, er hat auch 17 internationale Siege errungen, die Zeugnis dafür ablegen, dass wir es mit Weltklasseschlägen zu tun haben.

Raymund Hermes (76 Jahre) hatte früher 3 Schläge, von denen er spielte. Der Weitstreckenschlag in Althornbach unter dem Namen Heiko Hermes wurde im vergangenen Jahr aufgelöst. Die Tauben wurden bei PIPA versteigert. Jetzt verfügt Raymund Hermes nur noch in Hamm/Sieg über Taubenschläge. Unter dem Namen Uwe Hermes wird dabei auf der Weitstrecke und auf den großen internationalen Flügen gespielt. Wobei zu sagen ist, dass die Lage in Hamm/Sieg wirklich nicht die allerbeste ist. Schauen Sie sich das auf der Landkarte einmal an. Welcher Schlag unter den großen internationalen Weitstreckenspezialisten liegt so weit östlich und so fernab der normalen Flugrouten. Und doch wurden hier schon viele Spitzenpreise sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene gewonnen. Jetzt wurde hier also wieder einmal der 1. national von Narbonne gewonnen.

Narbonne, national und international

Narbonne ist eine Stadt mit etwa 51.000 Einwohnern, die ganz im Süden Frankreichs beinahe direkt am Mittelmeer liegt. Dort sollten also die 19.353 international gesetzten Tauben aufgelassen werden. Das waren 4.627 Tauben weniger als im Jahr 2012. Warum so viel weniger gesetzt wurden, ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Saison 2013 doch sehr schwer war und ihren Tribut gefordert hat. Belgien hatte 9.130 Tauben, die Niederlande 4.508, Frankreich 4.253, Deutschland 1.308, Luxemburg 62 und französisch Belgien 92 Tauben gesetzt.

Aufgelassen wurden die Tauben um 7.00 Uhr bei blauem Himmel und Windstille. Ideale Flugbedingungen also. Und die Tauben kamen gut. Die frühesten Meldungen kamen aus Frankreich um 16.01 und 16.27 Uhr, aber die Tauben dieser Sportfreunde hatten nur 700, bzw. 723 km zu bewältigen. Um 17.04.00 Uhr ging dann die Meldung des späteren internationalen Siegers ein.

Der internationale Sieger von Narbonne in der Kategorie "Alte" ist Luc Van Coppenolle (Ouwegem, Belgien). Die Taube wurde am Freitag um 17:40:33 Uhr nach einem Flug von 864.957 km konstatiert und erreichte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 1350.33 m/min.
Der internationale Sieger von Narbonne in der Kategorie "Jährige" ist Didier Wargnies  (Chapelle-Lez-Herlaimont, Belgien). Seine Taube wurde am Freitag um 17:04:00 Uhr nach einem Flug von 821,121 km konstatiert und erzielte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 1359.47 m/min.

In Deutschland musste man etwas länger auf die ersten Tauben warten. Die deutschen Weitstreckenliebhaber liegen einfach bei vorherrschend südlichen, bzw. südöstlichen Winden zu sehr abseits der normalen Flugroute. Aber um 19.25.16 Uhr war es dann doch soweit. Uwe Hermes konstatierte seine erste Taube auf einer Entfernung von 918,485 km mit einer Geschwindigkeit von 1.232,425 m/min. Der 25. Nationalsieg von Hermes war perfekt. Ein toller Erfolg für das Team von Raymund Hermes.

Den zweiten national in Deutschland machte Paulus Klaus aus Immerath. Er konstatierte um 19.32.25 auf einer Entfernung von 916,545 km. Die Geschwindigkeit seiner Taube war 1.218,135 m/min.

Der 3. Preis national geht an die Schlaggemeinschaft Terporten aus Brüggen Bracht. Sie konstatierten um19.52.00 Uhr auf einer Entfernung von 937,126 km. Die Geschwindigkeit betrug 1.213,894 m/min.

Jubilar, 01063-11-1783, der Nationalsieger

Er hat schon illustre Vorfahren, dieser Jubilar, der aktuelle Nationalsieger von Narbonne 2013. Seinen Namen bekam er, weil er, wie bereits erwähnt, den 25. Nationalsieg für die Schläge von Raymund Hermes gewann. Sein Vater ist der 01063-09-885, ein Sohn des unvergleichlichen Barcelona 2005, 01063-99-1668. Dieser flog den 1. national Barcelona 2005, 38. national Barcelona 2004, 168. national Perpignan 2004, 185. national Dax 2001 und noch viele weitere Spitzenpreise auf Weitstreckenflügen. Die Mutter des Barcelona 2004 und damit die Großmutter väterlicherseits des 1783 ist die Tochter Rambo Junior, 01063-07-1567, die 2006 von Barcelona den 235. Preis national gegen 2.132 Tauben gewinnt. Das war die väterliche Seite des 1783.

Kommen wir nun zur mütterlichen Seite des Nationalsiegers. Mutter ist die Schwester Pau-Sieger, 0830-03-427. Wie der Name schon sagt, ist sie eine Schwester des Pau-Siegers 2004, und sie hat selbst auch schon in den Jahren 2007 bis 2010 verschiedene Spitzenpreise auf großen internationalen Flügen von Barcelona, Perpignan, Narbonne, Tarbes und Marseille gewonnen. Sie sehen, dass der Jubilar eine Reihe illustrer Vorfahren hat, deren er sich jetzt als würdig erwiesen hat. Hier kann man auch die Zuchtstrategie von Raymund Hermes erkennen. Es wird nur aus den allerbesten Tauben mit überragender Weitstreckeneignung, oder vielleicht sollte ich sagen mit einer Eignung für Spitzenpreise auf den ganz großen Flügen, gezüchtet. Kurz und gut, der 01063-11-1783 ist ein würdiger Vertreter des Weitstreckenschlages Uwe Hermes, und er ist ganz bestimmt ein würdiger Vertreter der Rasse Raymund Hermes.

Raymund Hermes

Im Taubensport hat sich Raymund Hermes aus kleinsten Anfängen ganz nach oben gearbeitet und ist heute im deutschen und sogar im internationalen Brieftaubensport eine feste Größe. Wussten Sie, dass Raymund Hermes seit 35 Jahren das Amt des Flugleiters innehat?

Mit den Flügen der internationalen Weitstrecke beschäftigt sich Raymund Hermes seit Anfang der achtziger Jahre. Es war für ihn damals eine sehr große Herausforderung, seine Tauben mit nach Marseille, Pau, Perpignan oder Barcelona zu geben. Seine geografische Lage war und ist alles andere als günstig, man kann auch sagen, sie ist äußerst schlecht, denn die Masse der Tauben bevorzugt doch stets mehr eine westliche Fluglinie. Aber trotz der sehr schlechten Lage in Hamm/Sieg wurden hier doch viele Spitzenpreise sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene erzielt. Alle Tauben des Schlages kommen konsequent zum Einsatz. Harte und leistungsstarke Tauben auf weiten Entfernungen für das Zielgebiet Westerwald erhält man nur durch eine konsequente Auslese. Das ist der einzige sichere Weg. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man über die richtigen Tauben verfügt und dazu noch das nötige Fingerspitzengefühl besitzt, um die Tauben zu selektieren. Dieses Fingerspitzengefühl hat Raymund Hermes in großem Maße. Viele Taubenzüchter haben es leider nicht.

Hamm/Sieg und die Spitzenpreise

Ich hatte es bereits mehrmals angeschnitten, dass die Lage in Hamm/Sieg nicht die allerbeste ist und eigentlich wenig Chance bietet, absolute Spitzenpreise auf den großen internationalen Flügen zu gewinnen, und doch hat es Raymund Hermes der Konkurrenz immer wieder bewiesen, dass auch dort Spitzenpreise erzielt werden können. Aber es sind auch Tauben von besonderer Qualität dafür erforderlich. Barcelona ist das beste Beispiel. Was wurden hier auf diesem Flug schon Spitzenpreise gewonnen, sowohl national als auch international. Hier sind einige der absoluten Spitzenpreise von Barcelona, erzielt in Hamm/Sieg:

1989: 3., 6. und 13. International;

1990: 1. und 2. International;

2005: 1. und 3. National und 2. International sowie die schnellste 2er-Serie;

2012: 1. National Barcelona.

Ein besonderes Highlight der Hermes-Schläge war 2002 der Gewinn des Coupe Wallonie und des Coupe Flandres mit jeweils 10 von10 möglichen Preisen.

Es war ganz gewiss nicht der letzte Nationalsieg, der von den Hermes-Schlägen errungen wurde. Herr Hermes, wir vom PIPA-Team wünschen ihnen weiterhin sehr viel Erfolg im internationalen Taubensport.