Taubendiebstähle: Wachsamkeit ist geboten!

Mit den Taubendiebstählen bei den niederländischen Weitstreckenikonen Jelle Jellema und Cor De Heijde scheinen die Diebstähle im Taubensport kein Ende zu nehmen.

Wenn man Taubenliebhaber ist, dreht sich einem jedes Mal wieder der Magen um, wenn man hört, dass wieder irgendwo Tauben gestohlen wurden. Das war auch in der vergangenen Woche so, als wir die Nachrichten über die Diebstähle bei Cor De Heijde und Jelle Jellema erhielten. Bei einem Taubendiebstahl werden ja nicht nur einige Tauben gestohlen, sondern oft wird auch mit einem Fingerschnipsen ein Lebenswerk oder zumindest ein Teil davon vernichtet. Es handelt sich oft auch um Tauben, zu denen der Züchter eine jahrelange Beziehung aufgebaut hat und die auch eine Leere hinterlassen, die nicht so leicht wieder zu füllen ist. In den Reaktionen in den sozialen Medien sind dann auch Wort wie 'feige', 'entsetzlich' und 'ein Drama' nicht weit weg.

Auf den ersten Blick scheint es sich um einen neuen Höhepunkt in der Aufeinanderfolge von Diebstählen in der Taubenwelt zu handeln. Aber leider mussten wir im vergangenen Jahr schon mehrfach über den Raub von Tauben berichten und das sowohl bei bekannten als auch bei weniger bekannten Züchtern, bei (Halb-)Profis und bei reinen Hobbyisten. Unter anderem wurden bei diesen Züchtern in den vergangenen Monaten Tauben entwendet:

Und dann gab es auch noch einen Einbruchsversuch bei G. & H. Calis (Bussum), der aber mit knapper Not noch verhindert werden konnte.

Dieser letzte Einbruchsversuch lässt bei uns die Frage aufkommen, wie man Taubendiebstähle verhindern kann. Vor einigen Jahren gab es eine wahre Welle von Einbrüchen, und das veranlasste viele Züchter, ihre Schläge - oft sehr schwer - zu sichern. Kameras, Infrarot, Zäune, Wachhunde usw. Es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um ungebetene Besucher von den Taubenschlägen fernzuhalten. Oft mit Erfolg. Die Zahl der Einbrüche schien zurückzugehen und viele Züchter, bei denen eine wirksame Alarmanlage eingebaut wurde, konnten wieder ruhig schlafen. Aber nicht jeder kann oder will eine derartige Investition machen, und darum tauchten Taubendiebstähle mit großer Regelmäßigkeit immer wieder in den Nachrichten auf. In vielen Fällen weist die Art und Weise des Vorgehens bei den Einbrüchen darauf hin, dass die Diebe das Anwesen oder die Taubenschläge schon vor dem Diebstahl gekannt haben müssen. Entweder sind sie selbst vor Ort gewesen oder haben von jemand einen Tipp bekommen. Seht euch also die Leute an, die ihr auf euren Schlag lasst!

Ortungs-System?

Wir bekamen eine E-Mail von einem Züchter, der im vorigen Jahr selbst das Opfer eines Taubendiebstahls wurde. Er hörte nie wieder etwas von seinen Tauben und fühlt sich als Opfer im Stich gelassen. Aber der betreffende Züchter dachte auch über eine eventuelle Lösung nach:

"Ist es denn wirklich so schwierig, ein kleines Ortungs-System zu machen, sodass wir unsere gestohlenen Tauben wiederfinden können und die wir eventuell bei unseren besseren Tauben einsetzen können?  Wir haben das Jahr 2020, und wir können unsere Tauben noch nicht selbst sichern, geschweige denn einen simplen Taubendiebstahl aufdecken. So lange wir noch kein wirksames System haben, werden noch viele gestohlen werden."

Eine Idee, die eine Überlegung wert ist. Es wäre für die Diebe zumindest eine Verzögerung und könnte der Polizei eine (erste) Spur bieten. Wer von den Herstellern kümmert sich um diese "Marktlücke"? Oder gibt es noch andere einleuchtende Lösungen?

Wachsamkeit ist auf jeden Fall geboten und das ganz sicher jetzt, wo es immer früher dunkel wird und die Aktivität auf und um die Taubenschläge immer mehr abnimmt. Ein abendlicher Kontrollgang durch den Garten, Beleuchtung auf und rund um die Schläge, Das sind kleine Dinge, die möglicherweise doch einen Unterschied ausmachen können.

Hoffnung

Viele Opfer von Taubendiebstählen bleiben verlassen zurück. Ein Durchbruch bei den Untersuchungen lässt auf sich warten oder tritt sogar nie ein. Doch es gibt immer Hoffnung. Beweis dafür ist die Aufarbeitung des Diebstahls bei Frans Bungeneers. Anfang dieses Jahres wurden die ausfindig gemachten Diebe zu 30 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von (mindestens) 320.000 Euro verurteilt. Daran kann man erkennen, dass die Diebe ein enormes Risiko eingehen. Kriminelle, die erwischt werden oder später noch entlarvt werden, werden möglicherweise noch jahrelang die Folgen ihres Verbrechens tragen müssen.

Darum ist es äußerst wichtig, besonders wachsam zu sein. Jedes Detail kann helfen, die Täter ausfindig zu machen. Allgemein wird angenommen, dass es sich häufig um dieselben Diebe handelt, und darum können bestimmte Anzeichen bei verschiedenen Diebstählen helfen, das größere Puzzle zu vervollständigen. Zusammen sind wir immer stark. Auch als Taubenzüchter.