Stefan & Heinz Koschnitzki (Hille, BE): 1. Deutscher Verbands-Jungtiermeister 2017

Sie haben unglaublich stark mit Jungtauben gespielt, die Schlaggemeinschaft Stefan & Heinz Koschnitzki. Erster Deutscher Verbands-Jungtiermeister 2017 sind sie geworden. Sie schafften das mit 12 Preisen mit 1.171,44 Punkten von möglichen 1.200 Punkten.

Doch zunächst einmal eine kurze Ortsbestimmung. Hille ist ein Dorf ganz im Nordosten von Nordrhein-Westfalen, zirka 100 km südlich von Bremen, und hier in Hille wohnen sie, die Koschnitzkis. Wie diese Gemeinschaft mit ihren Jungtauben im Jahr 2017 gespielt hat, ist schier unglaublich. Spitzenpreis reihte sich an Spitzenpreis, einfach grandios. Aber beschäftigen uns zuerst einmal mit der Deutschen Jungtaubenmeisterschaft. Nach welchen Bedingungen wird sie überhaupt ausgeflogen?

Die Bedingungen

Die Deutsche Jungtaubenmeisterschaft wird auf den letzten 4 durchgeführten Flügen ausgeflogen, und zwar kommen auf diesen Flügen drei von sechs vorbenannten Tauben in die Wertung. Die vier in die Wertung kommenden Flüge müssen zusammen mindestens eine Kilometerzahl von 850 km ergeben. Ein Regionalverbandsflug von 300 km muss unbedingt dabei sein. Damit sind mit wenigen Worten die Grundbedingungen schon genannt.

Die Schlaggemeinschaft Koschnitzki hat alle Bedingungen erfüllt und ein wirklich erstklassiges Ergebnis, dass letztendlich zum dem ganz großen Erfolg mit der 1. Deutschen Meisterschaft mit Jungtauben führte, hingelegt.

Die Schlaggemeinschaft

Ursprünglich war es eine Schlaggemeinschaft, die aus Vater Heinz (86 Jahre) und Sohn Stefan Koschnitzki (53 Jahre)  bestand. Leider verstarb der Vater im April 2017. Er konnte diesen großen Erfolg leider nicht mehr erleben. Stefan reiste danach allein, und er machte seine Sache hervorragend. Anzumerken ist, dass Vater Koschnitzki mehrere Jahr krank war, sodass er die Tauben längere Zeit schon nicht mehr versorgen konnte. Stefan war also schon eine Weile sich allein gestellt. Die Taubenschläge stehen übrigens noch auf dem Anwesen des Vaters. Stefan plant allerdings, demnächst neue Schläge bei seinem eigenen Wohnhaus zu errichten, sodass er nicht mehr wie bisher anderthalb Kilometer fahren muss, um die Tauben zu versorgen. Das ist auch der Grund für die Versteigerung der allerbesten Jungtauben, denn alle Tauben umzugewöhnen, wäre einfach zu viel.

Das Reisesystem

Stefan spielt mit 45 Witwern, die allerdings keine Jungen aufziehen. Der Bedarf an Jungtieren wird von den 25 Zuchtpaaren gedeckt. Sie ziehen zirka 100 Junge auf.

Zwischen Weihnachten und Neujahr 2016 wurden zum Beispiel die Zuchttauben für die Zucht 2017 angepaart. So konnten etwa Ende Februar die ersten Jungtiere abgesetzt werden. Die Jungtiere kamen dann auf den Jungtierschlag und bekamen noch keinen Freiflug. Bei Sonne, Wind und Wetter hatten sie Zugang zu einem großen Gewöhnungskäfig, von dem aus sie die Umgebung erkunden konnten. Freiflug bekamen sie erst ab dem 2. Mai 2017. Mit dem Eingewöhnen der Jungtiere gab es keine Probleme. In den ersten Tagen kamen nicht alle Jungtiere sofort in den Schlag, aber nach gut einer Woche fehlte abends kaum noch eine Jungtaube.

In der Zeit von Anfang Mai bis zum 9. Juli wurden die Jungtiere dann von 18.00 Uhr abends bis morgens um 7.30 Uhr verdunkelt.

Aus zeitlichen Gründen wurden nur sehr wenig private Trainingsflüge durchgeführt. Es wurde dann ganz normal an den Trainings- und Jungtaubenflügen des RV-Programms teilgenommen. Während der Woche wurden keine zusätzlichen Trainingsflüge durchgeführt.  

Die Jungtierflüge   

Gereist wird in der RV Hille im Regionalverband Minden-Schaumburg auf der Ostrichtung. In der untenstehenden Liste habe ich nur die Spitzenpreise aufgeführt, das heißt Preise bis zum 100. Preis.

20.08.2017 Wolfsburg (153 km) 4.342 Tb.: 
1a-1b-3-4a-4b-6-7-8-9-10a-10b-14a-14b-18-19-42-70- 84-85 usw. (43 Preise/83 gesetzt)
27.08.2017 Wolfsburg (153 km) 3.291 Tb.: 
7-9-13-22-24-25-30-31-32-41a-41b-44-45-47-48-50-52a-52b-72-73-97-99 usw. (47/61)
03.09.2017 Magdeburg (192 km) 3.296 Tb.: 
1-2-3-4-5a-5b-7-30-55-57-60-61-74-75a-75b-77-78-80-81-82-86-93 usw. (55/64)
10.09.2017 Genthin (225 km) 3.080 Tb.: 
2-9-10-11-12-13-14-15-16-17-21-22-36a-36b-38-39-41-98-100 usw. (46/63)
16.09.2017 Ludwigsfelde (312 km) 3.279 Tb.: 
1-3-12-13-24-52-87 usw. (39/63).

Das sind schon spitzenmäßige Ergebnisse. Und auch der prozentuale Erfolg ist vom Feinsten. Durchaus eines Deutschen Meisters würdig. Doch schauen wir uns nun die drei besten Jungtauben und ihre Preise an. Es sind wirklich ganz hervorragende Leistungen. Es sind übrigens alle drei Weibchen.

Nehmen wir zunächst die Allerbeste unter die Lupe, die 03639-17-486. Sie ist die beste Jungtaube in der Reisevereinigung, in der Transportgemeinschaft und im Regionalverband und gewinnt folgende Spitzenpreise:

 1. Preis von Ludwigsfelde (312 km) gegen 3.279 Tb.
 2. Preis von Genthin (235 km) gegen 3.080 Tb.
 3. Preis von Magdeburg (192 km)  gegen 3.296 Tb.
 7. Preis von Wolfsburg (153 km) gegen 4.342 Tb.
24. Preis von Wolfsburg (153 km) gegen 3.291 Tb.

Ein sagenhaftes Ergebnis! Sie erreicht 497 von 500 Ass-Punkten.

Einige Ass-Punkte weniger hat die 03639-17-455. Sie erreicht 485 von 500 möglichen Ass-Punkten und ist die zweitbeste Jungtaube der Reisevereinigung und die drittbeste Jungtaube der Transportgemeinschaft. Hier sind ihre einzelnen Spitzenpreise:

  3. Preis von Ludwigsfelde (312 km) gegen 3.279 Tb.
  4. Preis von Wolfsburg (153 km) gegen 4.342 Tb.
  4. Preis von Magdeburg (192 km) gegen 3.296 Tb.
 44. Preis von Wolfsburg (153 km) gegen 3.291 Tb.
106. Preis von Genthin (235 km) gegen 3.080 Tb.

Die Dritte im Bunde der Besten ist die 03639-17-426. Sie erringt folgende Preise:

   2. Preis von Magdeburg (192 km) gegen 3.296 Tb.
   9. Preis von Wolfsburg (153 km) gegen 4.342 Tb.
   9. Preis von Genthin (235 km) gegen 3.080 Tb.
 52. Preis von Wolfsburg (153 km) gegen 3.291 Tb.
218. Preis von Ludwigsfelde (312 km) gegen 3.279 Tb.

Die „426“ wird 4. beste Jungtaube in der Reisevereinigung Hille.

Bei der Beurteilung in der Hand stellt man fest, dass es nahezu perfekte Tauben sind, die gut in der Hand liegen und für die Zukunft sehr viel versprechen, und sie sind darüber hinaus von hervorragender Abstammung. Auf die Abstammung möchte ich hier jedoch nicht näher eingehen, denn wo soll ich anfangen, wo soll ich aufhören? Was schreibt Stefan Koschnitzki auf einer Website selbst dazu: Der Durchbruch gelang mit der Einführung von Tauben des niederländischen Züchters André Oppermans aus Tilburg im Jahr 1988. Die Tauben von Oppermans gingen fast ausnahmslos auf Tauben der Gebrüder Janssen zurück, da André mit diesen Züchtern eng befreundet war.

Im Herbst 2002 wurden Tauben des bekannten niederländischen Olympiateilnehmers und Janssen-Züchters Henry van Venrooij eingeführt. Mit diesen Tauben brachte Stefan weitere Schnelligkeit in seinen Stamm, was in der folgenden Zeit zu vielen 1.-Preisgewinnern führte.

Und was ist heute? Die Zeit bleibt nicht stehen. Weitere hervorragende Tauben aus Belgien, den Niederlanden und von Sportfreunden aus der engeren Heimat kamen hinzu, mit denen Stefan Koschnitzki seinen Stamm auf ein noch höheres Niveau führte.

Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg demnächst auf seinen neuen Schlägen.