SG Jung-Jupid (Ebertshausen, DE): Ein goldener Zuchtschlag

Die Schlaggemeinschaft Jung-Jupid besteht aus Jürgen Jung und seiner Tochter Sarah. Sie haben einen Zuchtschlag, der seinesgleichen sucht, einen goldenen Zuchtschlag mit weltberühmten Zuchttauben.

Im Jahr 2010 haben sie ihre Tauben über PIPA verkauft. Der Grund dafür waren ernsthafte gesundheitliche Probleme von Jürgen Jung. Der Verkauf  hatte für großes Aufsehen unter den Züchtern gesorgt. Für viele war es die einmalige Chance, an wirklich sehr gute Tauben zu kommen, zum Beispiel an Tauben aus dem weltberühmten Zuchtass „Aladin“.  Es wurde mit Recht sehr viel Geld geboten, weil die Tauben einfach von allergrößter Klasse, man kann sagen von Weltklasse waren. Es kamen Tauben zum Verkauf, wie sie nie zuvor zu bekommen waren. Doch Jürgen und Sarah Jung verkauften nur einen Teil ihres Bestandes. Sie behielten ihre Reisetauben und die Jungtauben, alles Tauben mit einer illustren Abstammung. Unter diesen Tauben waren natürlich sehr viele „Aladin“-Nachkommen. Damit konnte man also unter Umständen wieder neu beginnen. Und man begann neu. Man musste nicht bei Punkt null anfangen, nein, man war viel weiter. Man schaffte auch neue Tauben, neue Zuchtasse an. Mit Hilfe von Sarah wurde etwas bewegt, das nicht seinesgleichen kennt. Man wurde durch die sehr intensive Zucht noch viel stärker, was viele Erfolge auf  dem internationalen Parkett beweisen. Wir wollen hier nicht in Superlativen schwelgen, obwohl wir es eigentlich müssten. Bleiben wir lieber auf den berühmten Boden der Tatsachen und bezeichnen den Zuchtschlag von Jürgen und Sarah Jung ganz einfach als Deutschlands Zuchtschlag Nr. 1.

Zwei außergewöhnliche Zuchtvögel, die heute leider die Altersgrenze erreicht haben, sind mitbestimmend für die große Klasse des Schlages. Da ist einerseits die „Aladin“-Linie und andererseits die Linie des „Lucky 848“. Beide Zuchtvögel werden von Experten einstimmig als alles überragende Zuchttauben bezeichnet. Die Preise, die für direkte Kinder auf Versteigerungen erzielt werden, sprechen auch eine sehr deutliche Sprache.

„Aladin“, NL 99-2308215

Eine der tragenden Säulen des Schlages ist „Aladin“, NL 99-2308215. Aladin ist der beste Sohn des „Kleine Dirk“ von Gerard Koopman. Gehen wir einmal auf die Abstammung des „Aladin“ ein. Sein Vater ist also der „Kleine Dirk“, NL 98-5821416, der zunächst auf der Reise glänzte mit Preisen wie dem 1. von Troyes gegen 17.884 Tauben, einem 1. von Bourges gegen 7.165 Tauben und einen 1. von Maaseik gegen 3.522 Tauben. Damit erwarb er sich die Berechtigung für einen Platz auf dem Koopman-Zuchtschlag. Die Zuchtqualitäten des „Kleine Dirk“ sind inzwischen wohl weltweit bekannt und legendär zu nennen. Sein Vater ist der „Gentil“, NL 92-5310320, auch ein hervorragender Spitzenflieger und Vererber, und seine Mutter die „Golden Lady“, B 96-6286060, eine Tochter des legendären „Kannibaal“, B 95-6246005, der Nationale Ass-Taube in Belgien war. Mutter des „Aladin“ ist die „Tochter Beatrixdoffer“, NL 95-1091674, eine Tochter aus dem berühmten „Beatrixdoffer“, NL 88-2763998, der zu den Basistauben von Gerard Koopman gehört. Deren Mutter und damit Großmutter von „Aladin“ ist die „Mutter Emperor Qin“, NL 93-1768700, die aus dem „Eric“, NL 88-4024619, mit einer Schwester des „Zitter“ stammt. Sie finden in der Abstammung des „Aladin“ konzentriert das Allerbeste von Gerard Koopman.

„Aladin“ hatte sich bereits bei Marijke Vink als Zuchtvogel von ganz großer Klasse geoutet. Ein Sohn von ihm war der berühmte „Tips“, der wiederum Vater von 11 verschiedenen 1.-Preis-Gewinnern war. Eine unglaublich gute Tochter von „Tips“ war zum Beispiel „Farah Diba“, die 1. nationale  Ass-Taube auf der Weitstrecke WHZB 2003 war und die auf der Versteigerung von Marijke Vink 2005 für 70.000 € verkauft wurde. Ein Sohn von „Tips“ war auch der „Reza“, der den 1. von Peronne gegen 28.332 Tauben, den 1. von Chantilly gegen 21.892 Tauben und den 1. von Chantilly gegen 10.589 Tauben flog. Und so könnte man die Reihe der überragenden „Aladin“-Nachkommen beinahe unbegrenzt fortsetzen. „Reza“ wurde auf der Versteigerung von Marijke Vink übrigens für 84.000 € verkauft. Die Zeiten haben sich geändert, heute würden diese Versteigerungserlöse noch weit, weit höher liegen.

Die Zahl der 1. Preise, die von „Aladins“ Nachkommen erzielt wurden, ist enorm groß. Sie würden lange Seiten füllen. Woche für Woche gewinnen Züchter mit Nachkommen des „Aladin“ erste Preise. Jürgen und Sarah Jung haben nach wie vor die beste Quelle dieser außergewöhnlichen Blutlinie. Auf den Schlägen in Ebertshausen züchten unter anderem 8 Brüder und Schwestern von „Tips“. Welch eine Qualität müssen die Nachkommen dieser Kinder haben! Darf ich ihnen einmal einen Tipp geben. Es ist noch die alte Sorte von Gerard Koopman, die dort züchtet.

Jürgen und Sarah Jung nehmen an vielen One-Loft-Races teil. Wissen Sie, wie oft sie gewonnen haben, wie oft sie vorne platziert waren? Unendlich lang ist die Liste der überragenden Ergebnisse auf diesen Flügen. Und alles hauptsächlich mit den Nachkommen des „Aladin“. Vielleicht könnte man ihn sogar als weltbesten Zuchtvogel bezeichnen, zumindest weiß ich momentan keinen besseren. Allerdings befruchtet der „Aladin“ heute nicht mehr. Schade, aber seine Söhne, Töchter und Enkel leben weiter.

De Rauw-Sablon

Eine andere tragende Säule des Schlages Jürgen und Sarah Jung ist „Lucky 848“, B 00-4065848, ein Vogel von De Rauw-Sablon. In letzter Zeit sind die De Rauw-Sablon-Tauben begehrter als je zuvor. Überall in der Welt sorgen sie für große Erfolge. Auf jeden Fall war der Erwerb von „Lucky 848“ eine Rieseninvestition für die Jungs. Ein großer Konkurrent beim Kauf des Vogels war damals auch Nikolaas Gyselbrecht. Er wollte diesen Vogel unbedingt in die PIPA Elite-Center-Zuchtschläge holen. „Warum vereinigen wir nicht unsere Kräfte und unser Kapital?“ fragte Nikolaas, und eine Zuchtgemeinschaft, wie sie besser im internationalen Taubensport nicht sein kann, war entstanden. Während der Hälfte der Zuchtsaison ist der „Lucky 848“ an Zuchtweibchen vom PIPA Elite Center gepaart und während der anderen Hälfte an Zuchtweibchen von Jürgen und Sarah Jung. Und es wurden auf beiden Seiten geradezu sensationell gute, erstklassige Tauben aus dem „Lucky 848“ gezüchtet. Zum Beispiel "Amadeus" wurde voriges Jahr auf PIPA versteigert, eine Jungtaube, die dieses Jahr zweimal den 1. Konkurs flog!

Natürlich wird hier wie dort in erster Linie für die Zucht gezüchtet. In der Zwischenzeit sind natürlich weitere De Rauw-Sablon-Tauben auf die Schläge von Jürgen und Sarah Jung gekommen. Es sind so ungefähr 30 Stück an der Zahl, alle von besonderer Klasse, aus den besten Vererbern. So ist „Montego“ dabei, ein Vollbruder des berühmten „New Freddy“, 1. Ass-Taube KBDB große Mittelstrecke 2010 und Gewinner von 2 Provinzialsiegen. Hinzugekommen ist der „Pros“, ein Original von Pros Roosen aus „Freddy“, ein Top-Zuchtvogel der Sorte De Rauw-Sablon. „Sitala“, ein Original von Pros Roosen aus „Freddy“ x „Tochter Blauwe Prins“ kam ebenfalls auf die Zuchtschläge in Ebertshausen, sowie „Alberta“, eine Original-Aelbrecht-Täubin, eine Tochter aus der weltberühmten „Bak 17“ und noch viele Tauben mehr, die alle ganz dicht an der Basis liegen.

Vielleicht noch etwas zur Abstammung des „Lucky 848“. Sein Vater ist der „Super Breeder“, B 91-4560548, von Marcel Aelbrecht. Dieser Vogel wiederum stammt aus zwei De Rauw-Sablon-Tauben, nämlich aus der Verbindung des „Albert“, B 90-4002911, mit der „Paola“, B 90-4002926. Die Mutter des „Lucky 848“ ist die „Mutter Smallen“, B 93-4429368, die Marcel Aelbrecht als Ei von De Rauw-Sablon bekommen hat. Interessant ist, dass die Mutter der Täubin, die B 91-4261235, eine Vollschwester des Vaters von „Lucky 848“ ist. Inzucht von allergrößter Klasse. Oder sollte man Super-Zuchttauben immer so züchten? Diese Frage wird man wohl nie beantworten können.

In guten Händen

Ein Zuchtbestand muss gehegt und gepflegt werden. Jürgen Jung und natürlich auch Tochter Sarah betreuen ihre Zuchttauben mit größter Sorgfalt. Der gesamte Bestand steht unter Aufsicht des Tierarztes Ferdi Vandersanden aus Belgien. Er sorgt dafür, dass sich die Tauben immer in optimaler Gesundheit befinden. Ferdi kontrolliert alle neuen Tauben, und erst wenn sie wirklich frei von Krankheiten sind, kommen sie auf den Schlag. Es werden darum auch nur stets gesunde Tauben angeboten. Auch ein DNA-Test für alle Jungtauben ist möglich. Das macht ebenfalls Ferdi Vandersanden. Er ist Spezialist auf dem Gebiet der DNA-Analyse bei Tauben. Jürgen Jung dazu: „Ich weiß, dass in meinem Schlag die Tauben aus den Eltern kommen, von denen ich sage, dass sie daraus stammen. Ehrlichkeit und Vertrauen sind für mich die wichtigsten Faktoren im Taubensport; die Möglichkeit anzubieten, meine Tauben und ihre Herkunft zu testen, unterstreicht die Seriosität, für die ich bekannt bin.“