PIPA, 20 Jahre jung!

Im Jahr 2000 wurde PIPA gegründet. Das bedeutet, dass 2020 auch das 20-jährige Jubiläum dieses prestigeträchtigen Versteigerungshauses gefeiert werden kann. Zeit für einen Rückblick...

Gründungsjahr

Wir wollen noch einmal auf das Jahr 2000 zurückblicken, auf das Millenniumsjahr. Nach Meinung von Insidern sollte es ein Jahr mit großen Katastrophen und... großen Veränderungen werden. Wer erinnert sich nicht an die ICT-Probleme, die viele Computer hatten, weil sie nicht 'Millennium-geprüft' waren. Große und teure Anstrengungen waren für Betriebe nötig, um ihre Systeme zu updaten.

Während dieser Zeit erkannte man auch die Bedeutung des Internets und welche wichtige Rolle dieses Medium im 21. Jahrhundert und darüber hinaus spielen würde. So war es auch nicht verwunderlich, dass ‘Millennial’ Nikolaas Gyselbrecht anfing, mit dem Internet als neuem Medium für die Verbreitung von Nachrichten zu experimentieren. Natürlich konzentrierte er sich dabei auf seine Passion, seinen geliebten Brieftaubensport. Alles begann mit Berichterstattung. Aber schnell entdeckte er die unbegrenzten Möglichkeiten des Internets als Plattform, um Tauben zu verkaufen. Oft haben die, die als Erste eine neue Entwicklung herausbringen, einen Vorsprung. Es ist jedoch schwierig, diesen Vorsprung auszubauen und zu behalten, wenn es Nachfolger gibt, die auch diese Möglichkeiten erkannt haben. Sehr oft sind die Vorreiter nicht in der Lage, diesen Vorsprung zu behalten. Dass das Nikolaas sehr gut gelungen ist, mag als Nachweis für seinen Unternehmergeist angesehen werden. Ein erfolgreicher Unternehmer zeichnet sich besonders durch eine wichtige Eigenschaft aus: durch die Fähigkeit sich mit tüchtigen, loyalen und qualifizierten Mitarbeitern zu umgeben. Nur so kann man ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen. Man kann so etwas nicht allein schaffen. Heute, anno 2020, sind 100 Mitarbeiter im In- und Ausland für die größte Online-Plattform für Brieftauben tätig, über die jedes Jahr 10.000 Tauben versteigert werden und die einen Jahresumsatz von 35 Millionen Euro verbucht. Herzlichen Glückwunsch, Nikolaas und Team!

In der Taubenwelt ist PIPA ein Begriff

Die Site wird von fast jedem aktiven Taubenzüchter regelmäßig besucht. Einerseits wegen der aktuellen Nachrichten und andererseits wegen der Rankings und Versteigerungen. Aufgrund der Spitzenqualität der Tauben, die angeboten werden, wird es nicht jedermann möglich sein, Gebote abzugeben. Allerdings bezieht man daraus immer dankbare Themen für Gespräche und Diskussionen im kleinen Kreis.

Gebote für die Spitzentauben kommen häufig aus China, Taiwan und in den letzten Jahren auch aus den arabischen Ländern. Für reiche Chinesen sind nur die belgischen und niederländischen Spitzentauben interessant. Für eine Taube mit einem chinesischen Ring, wie gut sie auch immer sein mag, wird viel weniger geboten. Noch immer sind die nüchternen Niederländer und Belgier bass erstaunt über die großen Beträge, die für Tauben wie "New Kim" ausgegeben werden. Eine schnelle Addition des Verkaufserlöses zeigt, dass die bereits vorhandenen Kinder und Enkelkinder schon viel mehr einbringen als “New Kim” selbst. Darin steckt also schon Gewinn. Darüber hinaus ist im Taubensport in Ländern wie China viel Geld in Umlauf. Allein beim größten chinesischen Tauben-Club geht es um die Gewinnsumme von 57.000.000 Euro! Das ist etwas anderes als ein Fahrrad oder eine Mikrowelle, mit der wir schon zufrieden sind. Wenn man sich am Wettbewerb um so eine hohe Gewinnsumme beteiligen will, muss man investieren. Und das machen diese Ausländer auch.

Dasselbe gilt auch für ‘one loft races’ oder Tribünenflüge. Auch da ist manchmal viel Geld zu verdienen. Auch hierfür eine schnelle Berechnung: Hauptgewinn 500.000 Euro und 4.000 Teilnehmer. Also eine Gewinnchance im Verhältnis 1 : 4.000 auf den Hauptgewinn von 500.000 Euro. Die Chance auf den Hauptgewinn bei der Staatlichen Lotterie ist im Verhältnis 1 : 1.300.000!

PIPA befasst sich ausschließlich mit dem Spitzensegment der Taubenwelt.

Die 100 besten Züchter der Welt sind für PIPA interessant, um deren Tauben zu versteigern. So bleibt noch genug Platz für die anderen Versteigerungshäuser. Es scheint sogar so zu sein, dass aufgrund der Erfolge von PIPA die anderen Händler auch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Zur Zeit findet über das Internet ein lebhafter Handel mit Tauben statt, und auch der Durchschnittspreis steigt. Das kommt natürlich auch dadurch, dass Versteigerungen wie die von Hok Van de Wouwer und Gino Clicque die Preise in die Höhe treiben. Es scheint auch so, als hätten die Käufer durch die Corona-Einschränkungen mehr Geld im Portemonnaie. Man kann sein Geld nicht mehr für Urlaub, Theater- und Restaurantbesuche und sonstige Freizeitaktivitäten ausgeben.

Außerdem erkennen die meisten Züchter, dass sich letztendlich alles nur um gute Tauben dreht, um mithalten zu können. Dazu gehören natürlich auch Investitionen, um die Zuchtschläge auf ein höheres Niveau zu heben. Wir können feststellen, dass der Taubensport weltweit noch genügend Ausstrahlung hat, wobei jedes Land seine eigenen Vorlieben hat (Entspannung, wetten, siegen).

Anlässlich des Jubiläums habe ich Nikolaas mehrere Fragen gestellt.

Was ist das Kernstück für den Erfolg von PIPA?

Ich denke, dass wir einen großen Teil des Erfolges der Tatsache zu verdanken haben, dass wir zu den Allerersten gehörten, die mit Internetversteigerungen angefangen haben und daduch von der sogenannten FMA (First Mover Advantage – ‘Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.’) profitiert haben. Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch, dass wir aus einer Taubenzüchterfamilie stammen, die einen guten und großen Namen hat. Wir sind dafür bekannt, zuverlässig und ehrlich zu sein, und das ist in unserem Geschäftszweig auch sehr wichtig. Die Leute kaufen auf PIPA Tauben, weil sie unserem Namen vertrauen. Aus demselben Grund verkaufen die Züchter auch Tauben mit PIPA, weil sie wissen, dass ihre Angelegenheit in guten Händen ist und immer sauber abgerechnet wird. Es gibt keinen Erfolg von heute auf morgen, Erfolg ist immer das Ergebnis von jahrelanger harter Arbeit und korrekter Behandlung der Geschäftspartner. Ein anderer sehr wichtiger Aspekt sind gute Mitarbeiter. Bei PIPA haben wir ein fantastisches Mitarbeiter-Team, und das ist meiner Meinung nach auch von sehr großer Bedeutung für unseren Erfolg. Ein Betrieb ist nur so stark wie sein schwächstes Glied, und alle diese starken Glieder zusammen machen unseren Betrieb stark und einzigartig. Ich möchte mich dann auch hiermit bei allen unseren Mitarbeitern, die das hier lesen, bedanken, und das kann ich gar nicht oft genug machen, weil sie Gold wert sind.

Wer sind die Konkurrenten von PIPA?

Ich halte das Wort Konkurrent eigentlich ein bisschen für falsch, weil ich selbst immer das Wort Kollege benutze. Ich betrachte sie auch größtenteils als Kollegen. Wir haben das Glück, dass unser Markt ständig wächst und dass die Nachfrage nach Tauben zunimmt. Das bedeutet konkret, dass sowohl wir selbst als auch unsere Kollegen gut aufgestellt sind und gut Handel treiben können. Das ist nur positiv, denn es ist absolut nicht unser Ziel, so etwas wie eine Monopolstellung aufzubauen. Wir wollen einfach ein gut florierender Betrieb sein, bei dem die Mitarbeiter, die in unserem Betrieb hart arbeiten, auch zugleich Spaß an der Arbeit haben. Ich selbst sehe das auch für mich so, dass ich gern tue, was ich tue. Und das ist die langfristige Zusammenarbeit mit Taubenzüchtern, die uns vertrauen und für die wir uns bemühen, eine Marke aus ihrem Namen zu machen. Es gibt so viele Taubenzüchter, dass wir doch nicht allen helfend zur Seite stehen können, sodass noch genug Marktanteile für unsere Kollegen bleiben. Diese Kollegen sitzen über die ganze Welt verteilt, denn egal wo, in jedem Land gibt es inzwischen eine oder mehrere Versteigerungssites und/oder Taubenhändler.

Wie siehst du die Zukunft des Taubensports und wie wird er sich entwickeln?

Ich denke, dass wir spannende Jahre vor uns haben, wobei die Anforderungen immer höher werden, weil die Wettbewerbe immer schwieriger werden. Ich vermute, dass das Interesse aus China in Bezug auf die Abnahme von europäischen Tauben noch zunehmen wird. Ich denke aber auch, dass die Bedeutung der One Loft Races ebenfalls noch größer wird.

Ich befürchte allerdings eine weitere Vergreisung des Taubensports sowohl in Westeuropa als auch in anderen Ländern, aber zugleich sehe ich auch, dass doch noch viele junge Kräfte bereit stehen. Das stimmt mich hoffnungsvoll.

Welche Rolle spielt dabei die Technik, wie zum Beispiel GPS-Tracking, live melden, TV/Internet?

Ich denke, dass GPS-Tracking bereits heute perfekt möglich ist, aber dabei hängt viel von der Reglementierung ab. Ich denke aber auch, dass die Spannung verloren geht, wenn jede Taube bei einem Preisflug mit so einem Tracker ausgerüstet sein müsste. In dem Fall fällt der Charme beim Warten auf die Tauben weg. Ich befürworte es also nicht unbedingt, jeder Taube einen GPS-Sender anzulegen. Ich finde es allerdings spannend, zu Forschungszwecken mit GPS zu experimentieren. Auch Tauben live zu melden, befindet sich voll im Aufschwung, jetzt auch schon in Belgien. Früher veröffentlichten wir auf PIPA die Meldungen für die Nationalflüge, wobei die Züchter ihre Ankunftszeiten eingaben. Aber das wurde jetzt durch eine Plattform ersetzt, auf der die Meldungen automatisch veröffentlicht werden. Das ist ganz klar eine Verbesserung.

Von l. n. r.: Nikolaas, Thomas & Vater Carlo

Wie wichtig ist Bildmaterial auf YouTube und im TV?

Wir haben vor einigen Jahren mit PIPA TV begonnen, weil wir denken, dass Videos sehr wichtig sind. Nicht nur in unserem Bereich, sondern in allen Bereichen wird die Bedeutung von Videos größer, und so beschäftigen wir uns auch als Betrieb damit.

PIPA hat dem Taubensport viel zu verdanken. Was gebt ihr ihm dafür zurück?

Wir haben, denke ich, nicht nur viel vom Taubensport bekommen, sondern ich denke, dass wir dem Taubensport auch viel geben. Man darf nicht vergessen, dass wir schon viele Jahre, bevor wir unseren ersten Euro verdienten, Nachrichten für die Taubenzüchter veröffentlicht haben und das vollständig kostenlos ohne dass jemand von uns etwas daran verdient hat. Dank des Taubensports haben wir dann Jahre später angefangen, mit dem Verkauf von Tauben Geld zu verdienen, und dafür sind wir dankbar. Wir geben weltweit direkt und indirekt etwa 100 Menschen Arbeit. Auch auf diese Art und Weise geben wir der Gesellschaft etwas zurück, indem wir Menschen Arbeit verschaffen. Aber neben dem Taubenverkauf haben wir auch noch ein ansehnliches Redaktionsteam, das in mehreren Sprachen vielfältige Nachrichten über den Taubensport bringt. Außerdem laufen täglich Bitten bei uns ein, Initiativen innerhalb und außerhalb des Taubensports zu unterstützen. Jedes Jahr stiften wir einen erheblichen Betrag für soziale Zwecke innerhalb und außerhalb des Taubensports. Unlängst habe ich die Bilanz der vergangenen 20 Jahre gezogen, und ich denke, dass wir innerhalb von 15 Jahren sicherlich schon 500.000 Euro gestiftet haben. Meine Philosophie lautet, dass, wenn es uns gut geht, auch die Menschen, die dafür sorgen, dass es uns gut geht, ihren Anteil an dem Erfolg haben sollten und dass wir der Gesellschaft auf unsere Art auch etwas zurückgeben wollen.

Durch die Serie Queen Gambit ist Schach spielen wieder populär geworden. So etwas müsste doch auch für den Taubensport möglich sein, und was müsste man dafür tun?

Aufgrund der Versteigerung von Hok Van de Wouwer, die alle Rekorde brach, haben wir sehr viel Aufmerksamkeit von den Medien bekommen. Es ist unglaublich, wie viele Medienunternehmen weltweit an uns herangetreten sind und uns um unsere Mitwirkung bei allen möglichen Projekten gebeten haben. Das geht von Büchern über den Taubensport zu schreiben bis zur Erstellung von Dokumentatioen und aktuellen Sendungen, aber auch für Netflix tätig zu werden. Es gibt vereinzelt Kritiker, die die Aufmerksamkeit der Medien vielleicht nicht akzeptieren können, aber ich denke, dass unser Sport dadurch jetzt weltweit respektiert und für voll genommen wird. Denn die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich real, dass eher so etwas wie eine Serie über etwas gemacht wird, über das geredet wird als über den Taubensport allein. Ich denke also: "Unbekannt ist unverlangt", und weil sich durch diese Aufmerksamkeit der Medien vieles zum Positiven wenden kann, ist noch sehr viel mehr möglich. Ich persönlich sehe auch, dass viele neue Leute mit dem Taubensport beginnen. Ich vergleiche das oft mit dem Fußball. Macht das große Geld dort den Sport kaputt? Oder beginnen weniger Kinder aufgrund des großen Geldes und der Aufmerksamkeit der Medien, Fußball zu spielen? Ich denke nicht. Sie beginnen vielmehr mit dem Fußball, weil sie zu ihren großen Helden aufblicken und auch so werden wollen. Ich denke also, dass wir alle in unserem Bereich davon profitieren können, wenn der Taubensport auf positive Art in die Medien kommt.

Ihr veranstaltet viele Versteigerungen im Spitzensegment mit großen Namen. Ist das ein Risiko im Verhältnis zu den immer kleiner werdenden Teilnehmerzahlen bei Wettbewerben?

Wie ich schon sagte, war es nie unser Bestreben, ein Monopol zu schaffen und den gesamten Markt zu beherrschen. Auch Wachstum ist nicht unser Ziel. Wenn man sich auf das Spitzensegment fokussiert, ist die Decke in der Tat dünn. Massenaufgebote sind nicht unser Ding. Wir haben uns für die besten Tauben entschieden, für Exklusivität; dafür können wir uns erwärmen, das macht uns Freude. Nicht weil wir denken, dass man damit das meiste verdienen kann, denn mit der Masse ist oft mehr zu verdienen. 

Züchter mit großen Namen verkaufen ihren Erfolg, und das könnte dazu führen, dass die Gruppe immer kleiner wird. Ist das ein Risiko für die Zukunft?

Ich denke, dass es wichtig ist, dass es genügend Zustrom von neuen Züchtern für den Sport gibt, denn wenn die großen Züchter verkaufen und aufhören und keine neuen dazukommen, wird es bald eine Situation geben, die nicht erfreulich ist. Ich merke jedoch, dass ständig neue junge Menschen dazukommen, und ich bin guten Mutes, dass unser Sport nicht vom Aussterben bedroht ist.

Ich sehe, dass auf eurer Website ständig mehr Reportagen und Nachrichten veröffentlicht werden. Ist das eine Bedrohung für die traditionellen Medien und empfindet ihr das so? Wie sieht es in Zukunft diesbezüglich aus?

Wir bringen heute nicht mehr Nachrichten als vor zirka 10 Jahren. Das wird mehr oder weniger gleich sein. Ich denke nicht so sehr, dass PIPA eine Bedrohung für die traditionellen Medien ist, sondern mehr das Medium Internet als solches, weil die Neuigkeiten darin schneller veröffentlicht werden können. Als ich mit PIPA angefangen habe, gab es 2003 die Geflügelpest und den Einfluss der Geflügelpest darauf, ob Preisflüge stattfinden konnten oder nicht. Ich brachte damals mehrmals Updates darüber, um die Züchter zu informieren. Das war notwendig, denn es gab kein anderes Medium. Die Zeitungen erschienen nur ein Mal in der Woche. Das Medium Internet an und für sich ist eine Bedrohung für die gedruckte Presse. Ich bin aber davon überzeugt, dass es immer einen Platz für die gedruckte Presse geben wird, obwohl man dort vielleicht auf andere Art Nachrichten wird bringen müssen.

PIPA beteiligt sich auch an Tribünenflügen oder One Loft Races. Was denkt ihr über diese neue Form des Taubensports?

Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Teil für die Zukunft unseres Sports. Ich denke auch, dass die Bedeutung der One Loft Races noch zunehmen wird. Ein Grund dafür ist, dass man sich auf diese Art am Taubensport beteiligen kann, ohne selbst Tag und Nacht dafür parat stehen zu müssen. Man züchtet die Tauben, bezahlt die Meldegebühr, und dann ist es die Arbeit der Organisatoren des Tribünenfluges. So stelle ich auch fest, dass kürzlich eine Menge Menschen aus dem Pferdesport auf diese Art und Weise mit dem Taubensport angefangen haben. So wird der Taubensport zugänglicher, und jeder kann einen Tribünenflug für sein Budget finden. Die Teilnahme an One Loft Races bedeutet auch, dass Wind und Lage keinen Einfluss auf die Tauben haben. Alle Tauben legen dieselbe Strecke zurück.

Wie übt ihr Kontrolle aus? Fake-Gebote, Käufer, die nicht bezahlen, schwarze Listen usw.?

Wir bitten neue Kunden immer um Referenzen, wo sie schon gekauft haben oder wen sie kennen, und hoffen, so 'Nicht-Zahlende' zu vermeiden. In den letzten Jahren haben wir so die Zahl der Nicht-Zahlenden prozentual schon erheblich verringern können, aber es wird immer Leute geben, die durch das Raster rutschen. Das geschieht übrigens nicht immer vorsätzlich, denn manchmal kauft jemand eine Taube und plötzlich ändert sich etwas in der Lebenssituation dieses Käufers ganz gewaltig, wodurch er finanziell nicht mehr in der Lage ist zu bezahlen. Dafür muss man dann auch Verständnis haben.

Was haltet ihr von gemeinsamen Preisflügen für Belgien und die Niederlande? Jetzt ist alles getrennt. Erwartet ihr in Zukunft mehr gemeinsame Konkurrenzen?

Ich denke, dass das angesichts der geografischen Ausbreitung nicht evident ist, außer für die internationalen Flüge der Großen Weitstrecke. Aber für die Niederlande wäre es schon schön, wenn es dort mehr Nationalflüge geben würde.

Schluss

Nikolaas stammt aus einer echten Taubenfamilie. Opa Remi sorgte für Furore als er 1995 den internationalen Sieg von Barcelona eroberte. Jeder Taubenzüchter weiß, dass sein Name dann in goldenen Lettern in unserem Sport verzeichnet steht. In der Nachfolge war Vater Carlo auch sehr erfolgreich, und so ist es nur logisch, dass auch Nikolaas sich am Sport beteiligte und später auch Thomas. Allerdings kamen sie über die Technik. Nachdem Nikolaas mit seiner Nachrichten-Plattform begonnen hatte, wollte er auch herausfinden, ob darüber auch Tauben verkauft werden könnten. Mit der Kamera um den Hals ging er in den Taubenschlag seines Vaters, fotografierte die Taube, die verkauft werden sollte und stellte das Bild im Internet ein. PIPA war geboren! Jetzt sind die Taubenschläge Taubenlofts geworden, und der Züchter nennt sich Loftmanager. Namen, die für 2020 stehen und dem Taubensport mehr Ausstrahlung geben. Zu Weihnachten machen wir ein Geheimnis um die Geschenke und verpacken sie in schönem Papier. Das machen wir nicht ohne Grund. Wenn die Verpackung hilft, etwas schöner zu machen, dann helfen moderne Namen, um den Sport auch in Zukunft zu erhalten.

Laut Nikolaas stehen die Chancen dafür sehr gut. Sie (PIPA) sind wie keine anderen dafür prädestiniert, dem Taubensport in der Welt wieder Ansehen zu verschaffen. In ihren Diensten stehen professionelle Mitarbeiter, sie haben das Netzwerk und die Medien wenden sich an sie. Darüber hinaus haben sie die finanziellen Möglichkeiten, um selbst neue Wendungen im Sport zu ermöglichen bzw. diese im Sport zu organisieren.

Nikolaas, Thomas, wir zählen auf euch!

Werden sie später den Staffelstab übernehmen?