Leo Heremans (Vorselaar, BE) wurde zum 1. Nat. Meister Kurzstrecke Jungtb. gekrönt und stellte die 1. Nat. Ass-Taube Kurzstrecke Jungtb. KBDB 2012

2010 Nationaler Meister auf der Kurzstrecke mit Jungtauben KBDB. 2012 Nationaler Meister auf der Kurzstrecke mit Jungtauben KBDB und 1. Nationale Ass-Taube auf der Kurzstrecke bei den Jungtauben KBDB. Wie macht man das?


Leo mit "Bolt", 1. Nat. Ass-Taube Kurzstrecke Jungtauben KBDB 2012

Geschichte

Es begann bei Leo wie bei vielen anderen Züchtern mit ein bisschen Glück. Als Anfänger bekam Leo die zwei letzten Tauben von Paul Huysmans, der damals heiraten wollte und andere Dinge im Kopf hatte. Aus der "Teentje" von Paul züchtete Leo eine Jungtaube, die 14 Preise gewann. Ab 1993 wurde zusammen mit Marcel Mols gespielt. Sie wählten sich jeder aus jedem Nest jeweils ein Jungtier. Marcel spielte auf den Quiévrain-Flügen und Leo auf den Noyon-Flügen und der Mittelstrecke. Sie wurden 1. prov. Meister auf der Mittelstrecke und 3. prov. Meister auf der Kurzstrecke. 1994 wurde bei Leo jedoch eine Taubenlunge festgestellt, worauf beinahe alle Tauben verkauft wurden. Nur ein kleiner Schlag von 8 Metern (der Schlag auf dem oben stehenden Foto), der mit 9 Zuchtpaaren besetzt war, blieb stehen. Schon damals stellte sich heraus, wie gut die Tauben von Leo ihr Erbgut weitergaben, denn innerhalb kürzester Zeit musste die Schlaganlage wieder erweitert werden. 1997 schlug das Schicksal jedoch mit dem Tod von Marcel zu. Es war Ceusters, der Leo aus der Not half, und fortan wurde unter dem Namen Heremans-Ceusters gespielt.

Inzwischen war es jedoch ein öffentliches Geheimnis geworden, dass man, wenn man seinen Schlag verstärken wollte, bei Leo Heremans an der richtigen Adresse war. Zahllose Züchter hatten inzwischen bereits mit Nachkommen des "Jan (6113220-02)" und des "Olympiade (6455003-01) Erfolg gehabt. Nicht nur in Belgien sondern weit über die Landesgrenzen hinaus ließ der Name Heremans-Ceusters den Züchtern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Natürlich ziehen solche Erfolge auch zwielichtige Elemente an. 2006 war es so weit. Bei einem Einbruch wurden viele gute Vögel gestohlen. Ein Versuch, auch die Täubinnen zu entwenden, wurde jedoch mit Hilfe von zwei jungen Festbesuchern durch einen aufmerksamen Leo vereitelt. Das Unglück war jedoch geschehen. Innerhalb von 3 Monaten verlor Leo vor Kummer 20 kg. Die Entschluss war schnell gefasst. Alles sollte, bis auf zwei Tauben, die 'in bis' saßen, total versteigert werden. 

Vorher wurde aus den besten Tauben noch eine Runde Eier gezogen, die Hugo Vermeerbergen für erwiesene Dienste bekam. Um zu versuchen, Leos Schwiegersohn mit dem Taubenbazillus zu infizieren, zog auch noch eine Runde Jungtauben zu diesem um. 2007 folgte dann die Versteigerung. Noch im selben Jahr stand Hugo jedoch wieder mit den Tauben, die er von Leo bekommen hatte, vor der Tür, weil er selbst zu viel hatte. "Geh' mir los, mit diesen Tieren, ich bin jetzt glücklich und kann endlich wieder ruhig schlafen", lautete die Antwort von Leo. Weil Hugo versprach, bei der Versorgung zu helfen, stimmte Leo schließlich zu. Es zeigte sich, dass sich auch der Schwiegersohn letztendlich nicht für Tauben zu begeistern vermochte, und so kamen auch diese Tauben zurück nach Vorselaar.

Stammaufbau

Bei der Anschaffung von Zuchtmaterial begab sich Leo nicht auf dünnes Eis. Nur von Tauben, die bereits bewiesen hatten, dass sie ihre exzellenten Gene über mehrere Generationen hinweg weitergaben, zogen Nachkommen nach Vorselaar um. So wurden Tauben von Dirk Van Dyck (Zandhoven, BE), Gebr. Hasendonckx (Grobbendonk, BE), Maurice Haesendonckx (Bouwel, BE) und Jan Diels (Vosselaar, BE) geholt. Später wurde auch noch über die Landesgrenzen hinweg geschaut, und im Zuge dessen holte Leo noch Verstärkung von Koopman (NL) und Verkerk (NL). Eine besondere Geschichte ist der Kauf des "Olympiade": "2002 hatte Gust Jansen (Beerse, BE) einen überragenden Jährigen, der es in dem Jahr bis zur 2. Nat. Ass-Taube KBDB brachte. Gust bekam eine gewaltige Summe für diesen Vogel geboten, aber er wollte ihn lieber nicht verkaufen. Ich kaufte dann den halben "Olympiade". Einen Monat sollte er bei mir züchten, im nächsten Monat wieder bei Gust und so immer weiter. Kurz darauf wurde er auch noch Olympia-Taube. Es wurden noch mehrere Angebote gemacht, aber in gemeinsamer Überlegung haben wir beschlossen, ihn nicht zu verkaufen. In so ziemlich jeder erfolgreichen Taube hier auf dem Schlag findet man seine Gene."

"Bolt (6123198/12)"

Das letzte Juwel in der Reihe der überragenden Nachkommen des "Olympiade" ist "Bolt". Er wurde in diesem Jahr zur 1. Nat. Ass-Taube auf der Kurzstrecke KBDB gekrönt. Dafür reichte er folgende Preise ein, immer von Quiévrain: 2./2.707 Tb.; 3./1.881 Tb.; 7./2.507 Tb.; 8./1.701 Tb.; 12./2.131 Tb.; 15./1.914 Tb.; 60./2.838 Tb.; 76./1.276 Tb.; 143./1.566 Tb.; 217./2.183 Tb. Gute stammen von Guten ab, ist ein oft zitierter Ausspruch in Taubenzüchterkreisen. Ein besseres Beispiel für diesen Spruch als den Stammbaum von "Bolt" können wir nicht finden. Schauen Sie sich kurz an, welche Cracks zu seinen Vorfahren gehören: "De Gebroken Poot": 1./2.675 Tb. von Quiévrain; "Olympiade": 2. Nat. Ass-Taube KBDB 2002, Olympia-Taube Liévin 2002; "Sprint": 2. Nat. Ass-Taube Weitstrecke; "6049374/02": 3. Nat. Ass-Taube "Best of the Best"; "De Jan": 1. Ass-Taube Ave Regina 2002; "Den 444": 2. Nat. Ass-Taube Ave Regina 2001. Den ganzen Stammbaum von "Bolt" können Sie ansehen, wenn Sie hier klicken.

Ein paar Tipps

Von einem Champion wie Leo können viele von uns noch etwas lernen. Darum kommen hier noch ein paar Tipps. Die Tauben auf Leos Schlägen sind alle handzahm. Er beginnt schon beim Absetzen damit, sie handzahm zu machen. Während die meisten Züchter ihre Jungen auf dem neuen Schlag auf den Fußboden setzen, ziehen sie bei Leo mit der Nistschale und allem um. Sie werden dann nicht auf den Fußboden gesetzt, sondern auf ein breites Brett, das in Hüfthöhe angebracht ist. So kann er sie leicht aus seiner Hand fressen lassen, sie streicheln und in die Hand nehmen. Im Alter von 25 Tagen kommen sie alle nach draußen. Sie werden dann alle draußen auf dem Einflugbrett gefüttert. Die Witwer werden mit dem Löffel gefüttert, doch der Inhalt eines Löffels wird in 5 Etappen gegeben. Für die Jungen hat Leo einen Lieblingsschlag, auf den er die 20 schönsten jungen Vögel setzt. Nachdem sie 2 Mal von Quiévrain geflogen haben, bekommen 12 von ihnen eine alte Täubin. Nach maximal 5 Tagen Brutzeit werden sie dann auf Witwerschaft gesetzt. Der "Jan", der "444", der "Nieuwe Olympiade", der "Bolt", der "Olympic Sperwer" und noch mehrere andere Spitzenflieger begannen hier ihre erfolgreiche Laufbahn. "Das musst du deinen Tauben geben", sagte Leo und zeigte dabei auf die Tränken. Wie sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte nicht Besonderes entdecken. Als er meinen fragenden Blick bemerkte, antwortete er: "Klares Wasser. Mehr hat eine Kurzstreckentaube nicht nötig."


Leo vor dem Brett, auf das die Jungen nach dem Absetzen gesetzt werden. 

Das Ende

Die Würfel sind gefallen. Leo selbst kann ohne Sauerstoffhelm nicht mehr auf den Schlag. Die Hin- und Herschlepperei mit Körben und vor allem der viele Besuch, dass alles ist ihm ein bisschen zu viel geworden. Der Schlag Heremans hört auf. In Zukunft wird es für die Kurzstrecke ein bisschen so sein wie die nationale belgische Fußballmeisterschaft ohne Anderlecht. Einer der großen Tonangebenden hat den Kampfplatz verlassen.