Karl-Heinz Koers (Ormesheim, DE) gewinnt den 1. International St.-Vincent gegen 10.944 Tauben

Ein großartiger Sieg auf einem sehr schweren Flug! Der 1. International von St.-Vincent ging an Karl Heinz Koers aus Ormersheim. Sein jähriges Weibchen mit der Ringnummer 08106-12-117 flog als einzige etwas mehr als 1.000 m/min. Ein fantastisches Ergebnis auf diesem doch sehr harten Flug!


Karl-Heinz Koers zeigt stolz Marie, 1. international St.-Vincent 2013

Insgesamt waren für diesen Flug 10.944 Tauben eingesetzt worden, davon 3.786 aus Belgien, 2.588 aus Frankreich, 3.282 aus den Niederlanden, 1.030 aus Deutschland, 43 aus Luxemburg und 215 aus Großbritannien. Am Freitag, dem 12. Juli, gab Filip Norman, der Präsident der ausrichtenden Vereinigung Entente Belge, um 9.00 Uhr das Startzeichen zu diesem internationalen Flug ab St.-Vincent. Und es sollte ein sehr schwerer Flug werden. Beim Auflass herrschte gute Sicht, und es wehte ein schwacher nordöstlicher Wind. Auf der gesamten Flugstrecke schien die Sonne. Eigentlich ideales Flugwetter, aber doch musste man sehr lange auf Tauben warten. Am ersten Tag kamen ganze vier Tauben nach Hause. Es waren Tauben aus Frankreich, die also kürzere Entfernungen zu überwinden hatten. Später zeigte sich aber doch, dass sie ganz vorn in der Spitze lagen. So meldete der Franzose Jean Pachla die erste Taube um 21.43 Uhr. Sie flog 982,19 m/min. Eine weitere Meldung aus Frankreich erfolgte dann um 22.06 Uhr. Jean-Baptiste Grislain hatte auf einer Entfernung von 749,503 km konstatiert und machte 952,29 m/min. Das sollten dann später der 2. und 3. Preis international werden.

Der 1. International

Der Erste international und damit auch der Erste national von Deutschland wurde am 2. Tag um 6.01.45 Uhr von Karl-Heinz Koers konstatiert. Es war mit Abstand die früheste Taube, die am zweiten Tag kam und die damit die höchste Fluggeschwindigkeit erzielte, nämlich 1.008,53 m/min. Keine andere Taube erreichte mehr als 1.000 m/min. Ein großartiges Ergebnis für Karl-Heinz Koers aus Ormesheim. Und er konstatierte weiterhin in ganz großem Stil. Um 9.16 Uhr folgte seine zweite Taube, um 9.35 seine dritte, um 9.44 seine vierte, 10.11 seine fünfte, um 11.05 seine sechste und um 11.19 seine siebte. Ein traumhaftes Ergebnis. Erste und damit internationale Siegerin war seine jährige Täubin 08106-12-117. Eine jährige Täubin, einfach unglaublich! Karl-Heinz Koers hatte übrigens 26 Tauben gesetzt und alle waren jährige Weibchen.


Der Flügel der internationalen Siegerin von St.-Vincent

Karl-Heinz Koers

Wer ist nun dieser Karl-Heinz Koers? Zuerst einmal eine kleine Ortsbestimmung. Der Sportfreund wohnt in Ormersheim, einem Ortsteil der Gemeinde Mandelbachtal im Saarland. Und dieses Mandelbachtal liegt rund 10 km östlich von Saarbrücken und grenzt an die Städte St. Ingbert und Blieskastel, an die Gemeinde Gersheim, den Regionalverband Saarbrücken und das französische Department Moselle. Rund 11.100 Einwohner hat Mandelbachtal, und einer von ihnen ist Karl-Heinz Koers.

Er ist heute leidenschaftlicher Weitstreckenspieler. Schon vor einigen Jahren sorgte er mit seiner Täubin Miss Pau, 08106-08-17, für internationale Schlagzeilen. Das war, genauer gesagt, im Jahr 2010, als dieses Weibchen den 1. International Pau gewann. Jetzt sind wir drei Jahre weiter und was sehen wir? Diese Miss Pau ist die Großmutter der Marie, die jetzt den 1. International von St.-Vincent gewinnt. So viel zu Vererbungskraft! Und woher hat die Taube Marie ihren Namen? Schauen Sie sich das Foto der Enkelin Marie von Karl-Heinz Koers an. Noch diesbezügliche Fragen?


Marie, die Enkelin von Karl-Heinz, betrachtet noch etwas misstrauisch ihre Namensschwester

Der 58-jährige Karl-Heinz Koers ist in Sachen Brieftaubensport und da ganz besonders auf der großen Weitstrecke und den internationalen Flügen kein Unbekannter. Große Erfolge hat er mehr als genug errungen. So war er 2003 Nationalsieger von Pau. 2006 gewann er den 1. National von Bordeaux und den 1. National bei den  Weibchen von Dax sowie 2007 den 1. National von Perpignan.

Der Höhepunkt war vielleicht das Jahr 2010. Karl-Heinz erlebte eine geradezu traumhafte Saison mit folgenden großen Auszeichnungen:

1. International Pau
1. International Pau Weibchen
1. National Pau
1. National Pau Weibchen
Zonensieg Pau
Zonensieg Tarbes
Zonensieg Marseille
2. und 7. nationales Ass-Männchen Weitstrecke
3., 4., 7. und 10. nationales Ass-Weibchen Weitstrecke
3. nationaler Weitstreckenmeister

Von der Royal Colombe Joyeuse erhielt Karl-Heinz Koers am 25. September 2010 in Zaventem nicht weniger als acht internationale Ehrenpreise. Fantastische Erfolge, die der beste Beweis dafür sind, aus welchem Holz die Karl-Heinz-Koers-Tauben geschnitzt sind.

Die internationale Siegerin: Marie (08106-12-117)

Doch nun zur Siegerin. Es ist schon außergewöhnlich, dass eine jährige Täubin einen 1. International gewinnt und dann noch mit Vorsprung. Wenn man ihren Stammbaum liest, ist das alles weiter nicht verwunderlich. Ihr Vater ist der 08106-10-780, ein Sohn der Miss Pau (08106-08-17), die also 2010 den 1. International von Pau gewonnen hat. Der Großvater väterlicherseits ist der 08106-07-207, der über seine Mutter ein Halbbruder der Miss Pau ist. Das ist allein väterlicherseits schon eine Abstammung von großer Klasse.

Mutter der Marie ist die 01485-09-289, ein Weibchen des bekannten Züchters Bernd Morsnowski. Der Stammbaum dieser Täubin ist ebenfalls mit großen Siegern gespickt, aber das können Sie am besten beim Lesen des Stammbaums ersehen:

Sie sehen also, dass der großartigen Siegerin von St.-Vincent 2013 ihr athletisches Können eigentlich schon ‚in die Wiege gelegt‘ war.

In den nächsten Wochen stehen noch mehrere internationale Flüge auf dem Programm. Wir von PIPA wünschen Sportfreund Karl-Heinz Koers weiterhin viel Erfolg auf der großen Weitstrecke.