Karel & Stijn De Rouck (Balegem, BE) verdanken Nina, dass sie auf der höchsten Stufe des Nationalfluges Guéret bei den Jungtaubern stehen

Das Klischee, dass der Taubensport bei der Jugend nicht mehr hoch im Kurs steht, wird mit dieser Leistung wieder einmal über den Haufen geworfen. Es war zu erwarten, dass die Begeisterung, die die treibende Kraft des 25-jährigen Stijn De Rouck ist, früher oder später zu Spitzenergebnissen führen würde.

Der Master für Geschichte stieg 2009 in den Taubensport ein. Er wird dabei voll und ganz von seinen Eltern unterstützt, die ihm auch viel helfen. Vater Karel, der nicht nur ein Helfer bei der Versorgung der Tauben sondern auch sonst sehr praktisch veranlagt ist, befolgt die Richtlinien, die Stijn ihm vorgibt, aber scheut sich auch nicht, kritisch seine Meinung zu sagen. Auch auf die Hilfe und Unterstützung von Mutter Martine ist Verlass. 

Bei Stijn wuchs die Liebe zu den Tauben beim Warten auf die Tauben bei seinen Übernachbarn Karel & Koen Leus. Stijn konnte 2009 wirklich und wahrhaftig noch keine Taube festhalten. Er startete also bei null, aber wo Talent vorhanden ist, zeigt sich das früher oder später auch. Karel und Koen Leus haben als Taubenzüchter einen sehr guten Ruf und verbuchen jedes Jahr Spitzenergebnisse auf der Mittelstrecke und Großen Mittelstrecke. Von ihnen bekamen Karel und Stijn für den Start eine sehr starke Basis an Tauben. 2009 haben sie mit 65 Tauben begonnen, alle von Karel & Koen Leus. Die Basis dieses Stammes geht zum Teil auf Schläge wie Erik Limbourg und Ludo Claessens zurück. Sie konnten und können sich auch jederzeit Rat bei ihren Nachbarn holen. Weitere Unterstützung mit Rat, Tat und Tauben bekommen Karel und Stijn von den anderen Mittelstreckencracks Raf Den Haese aus Moortsele und Eric Hofman aus Scheldewindeke.

Zielgerichtetes Vorgehen führt zum Erfolg

Stijn ist ein echter Autodidakt. Er scheut keine Anstrengung, um sich mehr und mehr zu vervollkommnen. Das Internet, Literatur, Kontakte mit anderen Taubenzüchtern und vor allem das Ausprobieren in der Praxis sind sein Credo. Daraus hat er eine Methode entwickelt, nach der die Tauben versorgt werden. 24 Zuchtpaare werden Ende November angepaart. Die Eier der festen Zuchtpaare werden bei Ammenpaaren untergelegt. Die Reisemannschaft bestand 2013 aus 16 alten Tauben (8 Männchen und 8 Weibchen) und 72 Jungtauben. Die alten Tauben werden auf totaler Witwerschaft gespielt, wobei die Weibchen jede Woche und die Männchen alle zwei Wochen in den Korb kommen. Die Jungtauben werden ab März bis zum letzten Wochenende im Juni verdunkelt und danach nicht belichtet. Die Jungtauben werden mit der Schiebetür motiviert, wobei die Reisemannschaft aus den im Augenblick am besten kommenden Tauben ausgewählt wird. Die wöchentlich stattfindenden Flüge von Angerville werden immer mit den Nationalflügen (Argenton, Issoudun, Bourges usw.) kombiniert. Vor dem Einkorben werden die Paare für ziemlich kurze Zeit (eine halbe bis dreiviertel Stunde) zusammengelassen. Nach der Heimkehr dürfen sie bis zum Sonntagmorgen zusammenbleiben. 

Medizinisch wird nichts dem Zufall überlassen und so wird regelmäßig Tierarzt Vandercruyssen aus Oosterzele zur Kontrolle aufgesucht. Blinde Kuren sind von Übel, nur auf seinen Rat hin wird etwas unternommen. Allerdings wird gegen Paratyphus, Paramyxo und Pocken vorbeugend geimpft. Aufgrund der ständigen Belüftung der Schläge sind die Tauben relativ unempfindlich gegenüber Erkrankungen der oberen Atemwege. Es werden die Mischungen von Versele gefüttert, wobei Gerry Plus, Champion Plus und Energy Plus entsprechend der Empfehlung gegeben wird. An Beiprodukten wird systematisch Hemolit 40 und Boost X5 gegeben (entweder mit Öl oder Schaffett über das Futter).

Nina (BE13-4124430) krönt mit dem 1. national gegen 11.926 Tauben eine starke Saison

Wenn man an die Qualitäten seiner Tauben glaubt, muss man ihnen auch eine zweite Chance geben. Für diese zweite Chance bedankte sich die Täubin Nina mit einem Nationalsieg. Anfang Juli kam Nina vom dritten Noyon-Flug nicht zurück. Während die Tauben vom Nationalflug Bourges fielen, kam sie in glänzender Verfassung zurück nach Hause. Am Tag darauf trainierte sie sofort intensiv mit und fiel auf, weil sie ihre Nistzelle so verbissen verteidigte. Nach ihrem Neustart sah ihre Ehrenliste so aus: Orléans 53. von 618 Tauben, Angerville 44. von 450 Tauben, Angerville 81. von 244 Tauben und dann von Guéret war sie die schnellste von 14.552 Tauben. Vor dem Einkorben für Guéret wurden die Tauben zusätzlich motiviert, indem sie am Mittwoch zu einem kurzen Trainingsflug weggebracht wurden und bei der Heimkehr mit ihrem Partner zusammen sein durften. Am Donnerstag wurde Stroh auf die Schläge gebracht, um es besonders gemütlich zu machen. Klick hier für den Stammbaum von Nina.

Dass Guéret ein Volltreffer war, beweist das provinziale Ergebnis mit dem 1., 7. und 50. gegen 2.989 Tauben. Lokal wurde der 1-2-11-16-19-36-44-72-112-147 (12/23) gegen 563 Tauben gewonnen. Die 7. provinzial (Mina BE13-4124425) ist eine Halbschwester der Siegerin Nina. Klick hier für den Stammbaum von Mina. Aus dem Stammbaum geht hervor, dass auch die Eltern und Großeltern viel auf dem Kasten hatten (darunter einen 1. provinzial Blois). Dass auf der ganzen Linie prächtige Ergebnisse erzielt wurden, ist auch an den 12 Siegen (7 mit Jährigen und 5 mit Jungtauben) zu erkennen, die 2013 gewonnen wurden. 

Angesichts dieser Erfolge und des durchdachten Vorgehens können wir behaupten, dass sich Karel und Stijn ihren Platz an der Spitze gesichert haben. Ein erfrischender und erneuernder Wind weht durch die Taubenlandschaft, und das macht Hoffnung für die Zukunft. Allen erdenklichen Erfolg!