Die Schlaggemeinschaft Gyselbrecht-Leliaert (Knesselare, BE) schätzt die 'harte Arbeit' und bevorzugt die Marathonflüge!

Zwei Männer mit einem Herz für Tauben und vor allem für die Große Weitstrecke fanden vor gut zwei Jahren zusammen. Der Erfolg blieb nicht lange aus, denn in ihrem 2. Jahr steckten sie bereits den provinzialen Sieg von Bourges in die Tasche und dazu eine Reihe von Spitzenpreisen unter den ersten 100 national!

Dass Spitzenergebnisse nicht lange ausbleiben würden, lag auf der Linie der Erwartungen. Als Dr. Carlo Gyselbrecht und Frederik Leliaert Ende 2010 beschlossen, gemeinsam in See zu stechen, bildeten sie zusammen eine ideale Mischung von einem Schatz an Wissen, Erfahrung und Taubenverstand auf Seiten von Dr. Carlo und einer Menge Enthusiasmus und einem Fass voller Ehrgeiz und Siegesdrang auf Seiten von Frederik, mit anderen Worten: Es waren alle Zutaten vorhanden, um einen Angriff auf die nationale und internationale Spitze zu starten. Dr. Carlo war der Züchter und Miterringer des 1. Internat. Barcelona 1995 und 2. Nat. Barcelona 1999, während Frederik 3 x einen 1. National auf dem eigenen Schlag auf der Habenseite stehen hatte. Adelsbriefe, die es in sich haben und die beiden zu Ansehen in der internationalen Taubenwelt verholfen haben. Das illustriert aber auch ihre Siegermentalität und ihren Siegeswillen. Das Muster wurde vorgezeichnet, und im Vordergrund steht das Hauptziel, auf den internationalen Klassikern des Taubensports, auf den Marathons des Luftraumes zu glänzen!

Die internationalen Flüge im Visier

Wir kennen viele, die vor kleineren Herausforderungen gestanden haben, aber in Knesselare machte man sich darüber keinen Kopf.  Viel züchten, der vorhandenen Basis reichlich Chancen geben, sie gründlich testen und am Ende der Etappe gnadenlos selektieren. Dafür war Frederik Leliaert wie geschaffen, weil er nicht nur mit Leib und Seele Taubenspieler ist , sondern weil er sich auch nicht scheut, seinen Tauben viel abzuverlangen und wenn sie jährig sind, die Zügel fester anzuziehen. Nicht umsonst hat er in den Niederlanden das Etikett der ‘Schinder von Zeeland’ verpasst bekommen, weil er so hart und gnadenlos mit seinen Tauben umging. Das strenge Regime, das er seinen aufzulegen wagte, ließ viele die Stirn runzeln. Es bildete aber auch die Basis für seine nationalen Spitzenpreise und Siege. Wer ist dann wohl auf dem richtigen Weg? Tauben, die gut gefüttert und begleitet werden und viel trainieren, können viel verkraften, so die Meinung von Frederik. Er findet sein Vorgehen zwar hart, aber gerecht, weil die Tauben so reichlich die Chance bekommen, ihr Können zu beweisen. Letztendlich sind es doch die Stärksten, die am Ende der Etappe übrig bleiben. Er hat es darum lieber, dass die Tauben als Jährige selektiert werden, als dass er sie schont und drei Jahre warten muss, bevor er schließlich doch zu demselben Ergebnis kommt. Die Spreu muss bei ihm ganz klar so schnell wie möglich vom Weizen getrennt werden.
Auf diese Art und Weise schuf er sich eine Tauben-Basis, die seinen strengen Normen genügte, die sich seinen hohen Anforderungen perfekt anzupassen wusste, die das Taubenspiel, das ihm vorschwebte, voll und ganz mitmachen konnte und die sein strenges Regime verkraften konnte. Wer in einem für Taubenzüchter so jugendlichen Alter bereits 3 Nationalsiege auf seiner Ehrenliste stehen hat, darf wohl im Kreis der Großen mitreden. Kein Larifari sondern Beweise schwarz auf weiß auf dem Papier. Diese erfolgreiche Basis brachte er beim Zusammenschluss der neuen Schlaggemeinschaft Gyselbrecht-Leliaert mit nach Knesselare, und jedermann war davon überzeugt, dass auch hier die Spitzenergebnisse nicht lange ausbleiben konnten. Die Reisesaison 2012 bestätigte diese Vermutung voll und ganz!

Die goldene Linie des ‘Dees’

Es war ein echter Schatz an Zuchtmaterial, was dieser Frederik Leliaert vom niederländischen Aardenburg über die Grenze ins belgische Knesselare mitbrachte. Eine Blutlinie, die von Klasse nur so strotzt, die Sieger bis auf nationale Ebene gebracht hatte. Auffallend dabei ist, dass beinahe alle Knüller, die in großen Lettern auf der Ehrenliste dieses Spitzenathleten verzeichnet stehen, bei hartem Flugwetter errungen wurden, mit anderen Worten auf Flügen mit Geschwindigkeiten um die 1.100 m/min. Es sind vor allem die ‘3 Musketiere’ von Aardenburg, nämlich die Brüder ‘Dees’, ‘Horus’ und ‘Aton’, die diese Linie ins Licht der internationalen Scheinwerfer brachten. Sie flogen u.a. folgende Preise:

-‘Dees’ NL05-1452924

1. Internat. Bordeaux  7.213 Tb. 2007
1. Nat. Bordeaux ZLU   3.992 Tb. 2007
1. Nat. Narbonne ZLU   3.816 Tb. 2008

-‘Horus’ NL09-1239246

1. Nat. Bordeaux       3.835 Jähr. 2010

-‘Aton’ NL09-1239239

7. Nat. Narbonne       3.849 Jähr. 2010
104. Nat. Bordeaux     3.835 Jähr. 2010

Auch die Nachzucht dieser Tauben ist phänomenal. Die schönste Probe aufs Exempel lieferte der fantastische Vogel ‘Eduardo’, der mehr oder weniger der Augapfel von Schlagmanager Frederik war, der aber zu dessen großem Leidwesen Anfang 2011 einer Verletzung erlag, die er sich bei der Eingewöhnung der Tauben in Knesselare zugezogen hatte. Auf der Ehrenliste dieses Schwerathleten prangen folgende Glanzleistungen:

-‘Eduardo’ NL09-3909177

1. Beste ZLU-Taube WHZB 2010
11. Nat. Narbonne ZLU  3.850 Tb. (904 km)
17. Nat. Tarbes ZLU    2.950 Tb. (931 km)
94. Nat. Bordeaux ZLU  3.835 Tb. (769 km)

Er stammt aus einer Gemeinschaftszucht von ‘Vader Eduardo’ NL04-2127041 (von Eduard Ulijn aus Waterlandkerkje) x ‘Dochter Dees’ NL06-1125788 von Frederik Leliaert. Der ‘Vader Eduardo’ ist inzwischen auch nach Knesselare übergesiedelt, damit dieses exzellente Zuchtpaar zusammenbleibt und so der Zukunft des Schlages Gyselbrecht-Leliaert einen gewaltigen Kick geben kann.

Die oben stehenden Leistungen wurden alle auf niederländischem Boden erzielt. Aber auch in Belgien haben diese Tauben dem Wettkampfgeschehen sofort ihren Stempel aufgedrückt und ließen nicht den geringsten Zweifel an ihrer enormen Klasse und ihrem Leistungsvermögen aufkommen. Sie setzten sofort eine neue Perle in die Welt, nämlich den fantastischen Jährigen ‘Jan’. Er wurde gezogen aus dem ‘Blue Carcassonne’ BE04-2063075 (Kreuzung Dubbele x Swing x As-Deridder), der von Dr. Carlo Gyselbrecht auf der PIPA-Versteigerung von Erik Limbourg in Thorn Ende 2009 gekauft wurde und der in Brussegem Miterringer des Titels 2. Nat. Meister Große Weitstrecke 2008 war. Dieser Vogel wurde gepaart mit, richtig, einer vollen Schwester des 'Dees', der ‘Zus Dees’ NL09-1239227 (also aus dem wunderbaren Stammpaar von Frederik Leliaert, nämlich Vater x Mutter ‘Dees’, die beide von Dees van Kerkhoven aus Terhofstede, NL) stammen. Schauen wir uns die wichtigsten Leistungen dieses überaus talentierten Jährigen ‘Jan’ kurz an. Er gewann u.a.:

- ‘Jan’ BE11-4100613

1. Prov. Bourges (457 km) 2012 –  3.470 Tb.
   5. Nat. Bourges I      2012 – 16.859 Tb.
1. Châteauroux (497 km)   2012 –    628 Tb.
   22. Prov. Châteauroux  2012 -  3.960 Tb.
   112. Nat. Châteauroux  2012 – 15.902 Tb.
8. L’Aigle (333 km)       2012 –    104 Tb.
25. Bourges (457 km)      2011 –  1.025 Tb.
26. Montluçon (537 km)    2012 –    743 Tb.
   383. Zone A Monluçon   2012 -  7.828 Tb.
39. Bourges II (456 km)   2012 –    414 Tb.
   309. Zone A Bourges    2012 –  3.409 Tb.

Klick hier für den vollständigen Stammbaum von ‘Jan’

-‘Louis’ BE11-4100816

1. Bordeaux-Agen (802 km) 2012 -    196 Tb. (1.219 m/min)
   15. Prov. Bordeaux     2012 -  1.051 Tb.
   75. Nat.  Bordeaux     2012 -  5.480 Tb.

Auch er ist ein Spross aus der fantastischen Linie des ‘Dees’, und zwar ist er ein Sohn aus ‘Super Jaarling 99’ NL99-1284538 x ‘Zus Dees’ NL08-1593724.
Klick hier für den vollständigen Stammbaum von ‘Louis’

-‘Golden Blue Narbonne’ BE11-4100864

 4. Narbonne (890 km)    2012 -    256 Tb.
   70. Nat. Narbonne     2012 -  6.857 Tb.
   79. Int. Narbonne     2012 – 11.000 Tb.

Er ist ein Sohn aus ‘Crayonnée Dax’ BE03-4430677 (5. Nat. Ass-Taube Große Weitstrecke KBDB 2007) x ‘Nestzus (Nestschwester) Eduardo’ NL09-3909178.
Klick hier für den vollständigen Stammbaum des ‘Golden Blue Narbonne’

Jedem wird sonnenklar sein, dass die Schlaggemeinschaft Gyselbrecht-Leliaert damit einen goldenen Wechsel auf die Zukunft unter dem Dach hat. Die Erfolgslinien des ‘Dees’ und des ‘Eduardo’ werden, gepaart mit der vorhandenen Weltklasse des alten Gyselbrecht-Stammes, bei dem die Linie des 'Laureaat-Barcelona' (1. Internat. Barcelona 1995) eine Hauptrolle spielt und der noch durch den Kauf einiger überragender Cracks und bewährter Spitzenzuchttauben der Großen Weitstrecke verstärkt wurde, auch innerhalb kürzester Zeit eine Hauptrolle beanspruchen. So viel ist inzwischen klar. 

Dass Frederik wie kein anderer Tauben in Spitzenform bringen und das Äußerste aus dem feingliedrigen Taubenkörperchen herausholen kann, hat er bereits auf niederländischem Boden bewiesen. Sein Ehrgeiz und sein Bestreben geht dann auch dahin, in Belgien ebenfalls einen Nationalsieg zu erringen und die belgische Flagge über den Schlägen in Knesselare wehen zu lassen. Die Latte liegt also sehr hoch. Aber so kennen wir Frederik. Das Ergebnis kann noch so gut sein, wenn keine nationalen Spitzenpreise darunter sind (lies: Preise unter den ersten 100 national) ist ihm die Enttäuschung von der Stirn abzulesen. Das ist typisch für seinen Siegeswillen. Sollte das nicht das Geheimnis der großen Meister des Sportes sein? Sich niemals auf den Lorbeeren ausruhen, sondern immer nach mehr und besser streben und immer voll dabei sein!

Vielleicht kommt es daher, dass Dr. Carlo und Frederik nicht lange auf ihren ersten großen Erfolg warten mussten, sondern bereits im zweiten Jahr ihrer Schlaggemeinschaft ihren ersten provinzialen Sieg verbuchen konnten und sich bei 4 der 5 ausgewählten Klassiker der Großen Weitstrecke, an denen sie 2012 teilnahmen (und zwar Agen, Barcelona, St. Vincent, Narbonne & Perpignan) zwischen den ersten 100 auf nationaler Ebene platzieren konnten. Damit scheinen sie auf dem richtigen Weg zu sein, um ihr Ziel zu verwirklichen, das darin besteht, innerhalb von fünf Jahren ein Spitzenteam für die Marathons des Luftraumes aufzubauen, mit anderen Worten für die internationalen Flüge der Großen Weitstrecke. Die Tauben bekommen dafür die Chance, sich auf so vielen Flügen wie möglich zu bewähren. Alles mitgeben und viel spielen, bis hin zu den größten Entfernungen. Als Jährige nehmen sie an den Flügen von Agen-Bordeaux, Libourne, Limoges und Narbonne teil, und als 2-Jährige können sie dann die internationalen Flüge angehen. Frederik scheut sich nicht, sie dann bereits auf Barcelona zu setzen. Gut füttern, hart arbeiten und Preise als Beweise bilden in Knesselare den Maßstab, der bestimmt, ob eine Taube überwintern darf. Man kann es ruhig die 'Auslese der Stärksten' nennen’!

Eine Übersicht einiger Preise unter den ersten 100 auf provinzialer und nationaler Ebene 2012

26.5. Bourges Lok. 554 Jähr.: 1., 2. (mit der 1.- + 2.-Benannten)
        Prov.    3.470 Jähr.: 1., 6.
        Nat.    16.859 Jähr.: 5., 16.
02.6. Châteauroux  628 Jähr.: 1.
        Prov.    3.960 Jähr.: 22.
30.6. Agen Lok.    196 Jähr.: 1., 6.
        Nat.     5.480 Jähr.: 75.
06.7. Barcelona  2.117 Alttb.: 9. 
        Nat.    11.590 Alttb.: 47. 
16.7. St.Vincent 1.082 Alttb.: 17. 
        Nat.     5.374 Alttb.: 67. 
29.7. Narbonne   1.571 Jähr.: 25.
        Nat.     6.857 Jähr.: 70.
        I.Nat.  11.000 Jähr.: 79.