Camiel Verdonck (Nazareth, BE) ist der internationale Sieger von Perpignan gegen 16.921 alte Tauben

Am Freitag hatte er bereits 5 seiner 8 Tauben in der Uhr, darunter seine 2 Erstbenannten und den internationalen Sieger als Knalleffekt: Dieses Ergebnis wird Camiel Verdonck mit Sicherheit mit 'goldenen Lettern' in sein Tagebuch schreiben!

Es gab übrigens am Freitagabend ein großes Fest beim Fondclub Eeklo (doch noch immer der größte Weitstreckenclub von Belgien), denn es waren nicht weniger als die 3 ersten Preise auf internationaler Ebene von Clubmitgliedern gewonnen worden. Das ist etwas, das laut Geschäftsführer Yvan Eeckhout von der veranstaltenden Organisation Belgische Verstandhouding-Entente Belge einzigartig sein muss und das seines Wissens auf ihren Flügen noch nie vorgekommen ist. Denn mit Camiel Verdonck auf der höchsten Stufe des Podiums, August Mouton aus Ursel an 2. Stelle und Olga Dhave-Van den Abeele aus Adegem auf Platz 3 und das mit einer Täubin, die dazu noch den internationalen Sieg bei den Weibchen mitbrachte, wird das internationale Siegerpodest vollständig von Züchtern von der Einsatzstelle Eeklo eingenommen. 

Camiel Verdonck triumphiert

Am Freitagmorgen um 6.55 Uhr wurde das Startsignal für den letzten internationalen Klassiker der Saison gegeben, der unter idealen Bedingungen stattfinden konnte. Nur während der letzten Kilometer gab es stellenweise Regenschauer, die aber sicher kein Hindernis bildeten und den normalen Verlauf des Fluges nicht beeinflussen konnten. Der internationale Sieger landete also in Nazareth (zwischen Deinze und Gent) bei Camiel Verdonck auf dem Einflug. Camiel konstatierte seinen Vogel um 18.55’33” Uhr auf einer Entfernung von 908,645 km, womit die höchste Geschwindigkeit von 1264,04 m/min ermittelt wurde. Gut 1 Stunde und 10 Minuten später konstatierte Camiel weitere 3 Tauben innerhalb von etwa 10 Minuten, und zwar um 20.05’59” Uhr, 20.10’20” Uhr (1.-Ben.) und 20.15’02”Uhr, und um 21.15’02” Uhr (2.-Ben.) hatte er bereits die 5. seiner 8 eingesetzten Tauben zu Hause. Ein Ergebnis zum Einrahmen! Lokal in Eeklo ergab das folgende Platzierungen:

Perpignan lokal 173 Alttb.:
1-12-13-15-28 (5/8)

Prov.  1.150 Alttb.: 1-23-28-30 usw. (Prognose der ersten 50)
Nat.  6.724 Alttb.: 1. usw.
Internat. 16.921 Alttb.: 1. usw.

Damit liefert Camiel wieder einmal den Beweis, dass man als kleiner Züchter mit wenigen Tauben auf den Schlägen sehr gut gegen die sogenannten Großen unseres Sportes antreten kann. Es sind noch immer die Klasse der Tauben und die Form des Augenblicks, die das letzte Wort haben, und das ist doch gerade das Schöne an unserem Taubensport. 

Klein aber oho

Mit 6 Zuchtpaaren, 25 Reisetauben (10 alte und 15 jährige) und zirka 30 Jungtauben kann man Camiel Verdonck wahrlich nicht als großen Züchter bezeichnen, aber er ist jemand mit verdammt guten Tauben! Er baute seinen Stamm auf mit Tauben von Spitzenschlägen aus der Umgebung wie von dem verstorbenen Robert Buysse aus Ertvelde, von Danny Colpaert aus Kruishoutem, John Meurysse aus Oeselgem, Walter De Ruyck aus Nazareth und Eddy & Maarten Leutenez aus Kruishoutem. "Es kann sein, dass ich noch jemand vergessen habe. Dafür möchte ich mich entschuldigen", stammelt Camiel, der sich offensichtlich noch nicht von der Aufregung erholt hat. Normalerweise hat er im Jahr nur etwa 12 Reisetauben unter dem Dach. Doch da seine Jungtauben im vorigen Jahr 2 Mal hintereinander einen sehr schlechten Ablis-Flug verkraften mussten, wurden sie vorzeitig aus dem Rennen genommen und eine Gruppe Jungtauben behalten, um sie als Jährige spielen zu können. Darum wurden in diesem Jahr weniger Junge gezüchtet, weil einfach kein Platz vorhanden ist. Das ist auch der Grund, warum die Reisetauben in diesem Jahr vor dem Anfang der Saison keine Jungen aufgezogen haben, was sie im vorigen Jahr sehr wohl gemacht haben. Die Jungtauben werden bis Angerville und Orléans gut antrainiert. Mit einigen Jungen vom Nest will er sich demnächst an den Nationalflügen beteiligen. Aufgrund der oben erwähnten Umstände war das im vorigen Jahr nicht der Fall, aber Camiel meint, dass das in diesem Jahr auch nicht klappen wird, weil er nur eine begrenzte Zahl von Jungtauben hat, bei denen zum größten Teil darüber hinaus die Mauser der Schwungfedern schon zu weit fortgeschritten ist. 

Für die alten Tauben wird es erst ab den Mittelstreckenflügen ernst. Auf dem Angerville-Flug gehen sie normalerweise zum ersten Mal in den Korb, um Preis zu fliegen, obwohl das für Camiel eigentlich noch genauso gut Trainingsflüge sind. Der Akzent liegt hier auf der nationalen Weitstrecke und der Großen Weitstrecke, von denen die alten Tauben normalerweise an 4 Nationalflügen pro Saison teilnehmen. Im vorigen Jahr wurde der größte Teil der Jährigen auf den beiden Flügen von Libourne und Narbonne eingesetzt, während sie in diesem Jahr von Libourne und Tulle flogen. Vor dem Einkorben bekommen die Witwer nie ihre Täubin zu sehen. Meistens werden sie so vom Schlag genommen. Nur einem etwas scheueren Vogel wagt Camiel eine Nistschale zu geben, weil er ihn so besser greifen kann, um ihn in den Korb zu stecken. Das beinhaltet allerdings, dass sie bei der Heimkehr etwas länger mit ihre Täubin zusammen sein dürfen, und zwar manchmal 2 bis 3 Stunden und später in der Saison manchmal sogar bis zum nächsten Morgen (bei spätere Heimkehr). 

In Bezug auf die Fütterung hält Camiel es ziemlich einfach. Er kauft 2 verschiedene Reisemischungen (von 2 verschiedenen Firmen), die er miteinander vermischt, und dieses Futter bekommen die Tauben während der ganzen Saison. Die Witwer werden einzeln in ihrer Nistzelle gefüttert und bekommen 1 Esslöffel von der beschriebenen Mischung mit der Auflage: Alles auffressen! Allerdings gibt Camiel schon mal ein bisschen nach, wenn er merkt, dass der Esslöffel voll aufgefressen ist und sie noch (zu) hungrig zu sein scheinen. Während der letzten 3 Mahlzeiten bekommen sie jedoch die doppelte Portion Futter, sodass sie sich ein 'rundes Bäuchlein' anfressen können. Dem Futter werden allerdings immer ein paar Körner Nutri-Power (Natural) zugefügt. Bei der Heimkehr steht immer klares Wasser bereit, und am nächsten Tag kommen dann Elektrolyte in die Tränke. Bei den Jungtauben steht dagegen immer Mausermischung auf dem Speisezettel. "Damit kann man einfach füttern, denn da steckt etwas Gerste drin", sagt Camiel, "und wenn sie die liegen lassen, ist das das Zeichen, dass sie genug haben und man aufhören kann zu füttern." Clever gesehen! Und wenn er merkt, dass etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, wird Tierarzt Dr. Norbert Ally um Rat gefragt.

Der internationale Sieger

Er ist ein prachtvoller blauer Vogel, nicht groß von Körperbau, aber sehr vital und mit einem feurigen Blick, der seinen eisenstarken Charakter verrät und einem wunderbaren hellgrauen Glasauge mit einem dicken Wertring um die Pupille. Im vorigen Jahr ließ er als Jähriger bereits 4 Mal sein Können auf den Nationalflügen bis Narbonne bewundern. In diesem Jahr flog er schon Spitze von Limoges und Cahors und traf nun also auf Perpignan voll ins Schwarze. Schauen Sie mit uns kurz seine Ehrenliste an:

-Der ‘1. Internat. Perpignan’ BE10-4007974

2012 Perpignan   Nat.  6.724 Tb. 1.
            Internat. 16.921 Tb. 1.
2012 Cahors      Nat.  8.348 Tb. 552.
2012 Limoges     Nat. 13.781 Tb. 991.
2011 Narbonne    Nat.  7.027 Tb. 271.
            Internat.  9.966 Tb. 368.
2011 Argenton    Nat. 19.782 Tb. 1961.
2011 La Chatre         5.481 Tb. 1199.
2011 Châteauroux Nat. 25.263 Tb. 1499.
2011 Clermont    Lok.     81 Tb. 15.
2010 Argenton    Lok.    436 Tb. 110.
2010 Clermont    Lok.    350 Tb. 105.

Vater: ‘Blauw Leutenez’ BE08-4072000, ein Original von Eddy & Maarten Leutenez, aus ‘Elrio 89/06’ (original Marc Decock) x ‘Frauke 267/06’ (Enkelin ‘Wittenbuik’ Gaby Vandenabeele).
Mutter: ‘Blauw 310’ BE09-4331310, eine Kreuzung Walter De Ruyck x Daniel Colpaert.

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Nachdem Camiel früher bereits das Derby Orléans und den 'Hoffnungsflug' vom Derby Orléans für sich verbuchen konnte und in den letzten Saisons bis auf provinziale Ebene oft ganz nah bei den Ehrenplätzen landete, gelang ihm auf diesem Perpignan-Flug, einem der schönsten Klassiker des internationalen Taubensports, der schönste Sieg seiner Taubenkarriere. Ein Sieg zum Einrahmen! Herzlichen Glückwunsch, Camiel!