Best Kittel, ein Kurzstrecken-Phänomen: Die Entwicklung der besten Kurzstreckenfamilie der letzten 10 Jahre

Eine der Tauben, über die in den letzten Jahren am meisten geredet wurden, ist Best Kittel, 1. nationale Ass-Taube KBDB 2017 auf der Kurzstrecke. Die Geschichte beginnt jedoch schon lange vor 2017.

In aller Stille arbeiteten Dehon-Demonseau in den vergangenen 20 Jahren an einem einzigartigen Stamm von Kurzstreckentauben, der in den letzten 6 Jahren 4 Mal den Titel 1. nationale Ass-Taube KBDB auf der Kurzstrecke verbuchen konnte. Nie zuvor konnte eine einzige Tauben-Familie solch eine Dominanz zeigen. In diesem Bericht möchten wir näher auf den Hintergrund und die aktuelle Entwicklung dieser Familie eingehen.

Daniel Dehon und Mee-Hae Demonseau begannen in den 1990er Jahren mit dem Taubensport. Schon ab dem ersten Tag betrieb das Paar gemeinsam den Taubensport. Ein sehr wichtiger Aspekt, denn für Daniel ist die Unterstützung durch seine Frau Mee-Hae von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Schlaggemeinschaft. Daniel steckt die Linien ab, aber Mee-Hae hilft täglich beim Saubermachen der Schläge, geht regelmäßig zum Einsetzen, wenn Daniel am Wochenende arbeiten muss und setzt sich vor allem während der Reisesaison voll und ganz ein.

Um an der Spitze mitmischen zu können, war man sich schon schnell bewusst, dass man in das beste genetische Material, das es gab, investieren musste. In den 90er Jahren gab es eine Vater-Sohn-Schlaggemeinschaft, die den belgischen Taubensport aufmischte: Maurice & Grégory Casaert aus Néchin. Im französischsprachigen Teil von Belgien waren zu der Zeit keine besseren Züchter zu finden als Maurice und Grégory. Sie schrieben zum Beispiel 1992 in Belgien Weitstreckengeschichte, als  sie mit ihrem „Invincible Montauban“ den 1. Preis national von Montauban mit 20 Minuten Vorsprung gewannen. Diese und viele andere Spitzenleistungen von M. & G. Casaert während dieser Zeit waren für Daniel und Mee-Hae ein zwingender Grund, um sich dort 1997 eine Runde Eier von deren besten Tauben zu holen. Eine Entscheidung, die das Leben von Daniel und Mee-Hae viele Jahre später verändern sollte.

Schon 1998 wurden die ersten Erfolge mit diesen Tauben verbucht, als die 1. nationale Meisterschaft KBDB auf der Kurzstrecke gewonnen wurde. Durch diesen Titel entwickelte sich bei ihnen auch die Vorliebe für die Kurzstrecke. Jahrelang spielten Daniel und Mee-Hae regelmäßig mit Erfolg auf der Mittelstrecke. Sie stellten u.a. mit „Nico“ die 8. nationale Ass-Taube KBDB auf der Mittelstrecke 2014. Ihre echte Vorliebe richtete und richtet sich aber noch immer auf die Kurzstrecke, was dem unruhigen Charakter von Daniel zu verdanken ist. Länger als einige Minuten  auf Tauben zu warten, ist nicht seine Sache. Das macht ihn nervös und dauert ihm zu lange.

Ein anderer Grund, um sich auf die Kurzstrecke zu konzentrieren, liegt darin, dass in der Gegend um Thulin die Kurzstrecke die bei weitem populärste Disziplin ist. In einem relativ kleinen Umkreis  gibt es ständig mehr als 100 Züchter, die sich jede Woche auf die Kurzstrecke fokussieren. Das sorgt für ein lebendiges und spannendes Spiel auf der Kurzstrecke mit Woche für Woche bärenstarker Konkurrenz.

Für den nächsten Höhepunkt der Karriere müssen wir einen Sprung in das Jahr 2007 machen. Damals wurde mit „Le Méchant“ der Titel der 1. provinzialen Ass-Taube auf der Kurzstrecke KBDB gewonnen. „Le Méchant“ war ein gehämmerter Vogel, der von den Casaert-Tauben, die 1997 geholt worden waren, abstammte. Er hatte einen besonderen Charakter. Sein Name „Le Méchant“ bedeutet „der Böse“.  Er war zu der Zeit die beste Taube, die Dehon-Demonseau je hatten. Und es war der Beginn eines Märchens.

Schon seit ihren Anfangsjahren spielen Dehon-Demonseau mit dem „kleinen Korb“. Etwa 6 Zuchtpaare und maximal ungefähr 20 Reisetauben, alte und jährige zusammen, müssen es bringen. Der Verkauf von Tauben war während dieser Periode kein Thema, das reine Reisegeschehen hatte Vorrang. Was natürlich die Folge hatte, dass niemals mehr als eine Handvoll Junge aus den besten Tauben gezogen wurde. So war es auch im Fall von „Le Méchant“. Da er an den Flügen teilnahm, wurde 2006 nur ein einziges Paar Junge aus „Le Méchant“ gezogen, nämlich der 720 und der 721. Der 721 „L'As“ wurde selbst 6. nationale Ass-Taube auf der Kurzstrecke KBDB 2007, während sein Nestbruder, der 720, später Vater des „National Ace 2015“ wurde, der 1. nationalen Ass-Taube auf der Kurzstrecke KBDB 2015.

Das Glück war Daniel und Mee-Hae jedoch nicht hold, denn „Le Méchant“ befruchtete schon 2011 im Alter von 6 Jahren nicht mehr. Ein Desaster, denn es war nur eine Handvoll Kinder aus „Le Méchant“ gezogen worden. Zum Glück waren diese wenigen Kinder mehr als genug, um für den nächsten Höhepunkt der Karriere von Dehon-Demonseau zu sorgen: „Best Kittel“.

Der nächste Höhepunkt in der chronologischen Reihenfolge kam, wie bereits beschrieben, 2015 mit dem „National Ace 2015“, einem gehämmerten Vogel aus einem Sohn von „Le Méchant“, der 1. nationale Ass-Taube KBDB auf der Kurzstrecke 2015 wurde. Zum ersten Mal standen Demon-Demonseau wirklich im Scheinwerferlicht und bekamen die Chance ihres Lebens, nämlich ihren „National Ace 2015“ nach China verkaufen zu können. Die Summe, die geboten wurde, war so hoch, dass man unmöglich ablehnen konnte. Wehmütig ließen sie „National Ace 2015“ ziehen...

Nach dem Gewinn des Titels im Jahr 2015 ließ der nächste Erfolg nicht lange auf sich warten. Einer Taube mit der Ringnummer B15-1029362 gelang es in der Saison 2016, Daniel und Mee-Hae erneut zu überraschen und sich unter den nationalen Ass-Tauben zu platzieren. Allerdings nicht auf dem Podium sondern unmittelbar daneben, mit anderen Worten: Es wurde ein 4. Platz bei den nationalen Ass-Tauben KBDB auf der Kurzstrecke 2016. Aber aufgeschoben, ist nicht aufgehoben... Ein Podiumsplatz sollte noch folgen, und was für einer...

Die Kurzstreckensaison startet in Belgien traditionell Anfang April. So auch im Jahr 2017, als Dehon-Demonseau die herrlichsten Wochen ihrer Taubenlaufbahn erlebten. Sie beschlossen, ihren 362-15 nicht auf den Zuchtschlag zu setzen, sondern ihn auch in der Saison 2017 zu spielen. Anfang Juni, nachdem er während der halben Saison auf der Kurzstrecke gespielt worden war, hatte der 365-15 eine Serie von Preisen zusammengeflogen, die ihn aufgrund seines Koeffizienten zur besten Kurzstreckentaube machte, die es je in Belgien gegeben hatte. Nie zuvor hatte in Belgien eine Taube einen so niedrigen Koeffizienten für den Titel der nationalen Ass-Taube auf der Kurzstrecke KBDB erreicht und das, nachdem die Saison erst zur Hälfte vorbei war. Den Rest der Saison benötigte er nicht mehr, um seine Ehrenliste zu ergänzen, und so wurde er ab Mitte Juni nicht mehr eingekorbt. Am Ende der Saison wurde er zu recht als allerbeste Kurzstreckentaube von Belgien mit dem Titel 1. nationale Ass-Taube auf der Kurzstrecke KBDB geehrt. Der „362 von 2015“ wurde auf den Namen „Best Kittel“ umgetauft.

Wir haben zuvor geschrieben, dass aus „Le Méchant“ nur eine Handvoll Kinder gezogen worden war, was selbstverständlich ein Riesenfehler war. Aber wie sich zeigte, waren es genug, um eine neue Ikone hervorzubringen, denn aus dieser Handvoll Kinder ist „Best Kittel“ hervorgegangen. Sein Vater ist ein Sohn von „Le Méchant“ aus der Paarung mit einer Enkelin  - aus einem Sohn - von „Le Méchant“.

Ein in enger Inzucht gezogener Vogel, der zwei Jahre hintereinander 1. und 4. nationale Ass-Taube KBDB wurde, der mit dem niedrigsten Koeffizienten, den es je gab, einen Rekord aufstellte und das nach nur einer halben Saison und der noch dazu ein Neffe der 1. nationalen Ass-Taube auf der Kurzstrecke 2015 „National Ace 2015“ war. Unglaublich, aber noch immer war diese Leistung nicht vom Radar der großen Öffentlichkeit erfasst worden, denn Dehon-Demonseau selbst suchten nie das Licht der Öffentlichkeit.

Es war PIPA-Agent Adrien Mirabelle, der Thomas Gyselbrecht von „einer einzigartigen Taube aus einer einzigartigen Familie im französischsprachigen Belgien“ berichtete. Thomas Gyselbrecht erläutert: „Uns werden in jeder Saison mehrere Spitzentauben angeboten, manche sind für uns interessant, manche nicht. Als mich jedoch irgendwann Ende Juli 2017 Informationen über diese Taube erreichten, musste ich doch kurz innehalten. Es war nicht nur so einfach - zu dem Zeitpunkt noch ein Anwärter – eine 1. nationale Ass-Taube KBDB, es war eine Taube aus einer engen Familie von KBDB-Ass-Tauben, die einen der prestigeträchtigsten Titel des belgischen Taubensports gewinnen würde und das schon nach der Hälfte der Saison. Ich konnte kaum glauben, dass noch niemand zuvor auf diese Taubenfamilie aufmerksam geworden war.“

Thomas und Adrien nahmen sofort, noch bevor Best Kittel offiziell 1. nationale Ass-Taube war, Kontakt mit Daniel und seiner Frau Mee-Hae auf. Das Zusammentreffen gestaltete sich sehr harmonisch, wobei zu merken war, mit welcher Begeisterung und Liebe das Paar Dehon-Demanseau dem Taubensport verbunden ist. Hier wurde Taubensport auf herkömmliche Art und Weise betrieben. Den Jungtauben wurde wenig Aufmerksamkeit gewidmet und die alten Tauben auf klassischer Witwerschaft gespielt. Dazu kam eine Handvoll Zuchttauben. Das Grundprinzip fiel auf: eine Gruppe sehr gesunder Tauben auf einem guten Schlag, wobei Daniel viel Wert auf die Verbindung mit seinen Tauben legt. Er kann sich sehr gut in die Tauben einfühlen und seine Spitzenflieger sehr gut motivieren. Darum wird er auch jetzt, da der kommerzielle Erfolg zunimmt, prinzipiell nicht mit einer größeren Zahl von Tauben spielen. Er will weiterhin auf seine Art vorgehen, wobei der Kontakt zu seinen Tauben das Allerwichtigste ist. Er ist krank, wenn eine Taube nicht nach Hause kommt.

Eine kleine Geschichte, die zeigt, wie Daniel mit seinen Tauben umgeht. Als Thomas und Adrien Daniel und Mee-Hae Ende Juli zum ersten Mal besuchten, stand schon zu 99% fest, dass Best Kittel 1. nationale Ass-Taube KBDB werden würde, aber Best Kittel bekam während dieser Zeit noch täglich Freiflug. Daniel konnte es nicht übers Herz bringen, die Taube nicht mehr rauszulassen, wobei er berücksichtigte, dass der Vogel für den Rest seines Lebens nicht mehr nach draußen kommen würde, wenn der Titel erst einmal offiziell geworden war. Darum sollte Best Kittel noch jeden Tag das Sommerwetter genießen können und seinen täglichen Flug absolvieren. So war der Vogel glücklich und also war Daniel auch glücklich.

Bei diesem Besuch trafen Thomas und Daniel auch eine Vereinbarung. Thomas würde ein besonderes Zuchtprojekt um Best Kittel starten. So würde die Taube nicht nach China umziehen und Daniel könnte noch immer Nachkommen von der Taube zum Reisen bekommen können, und er könnte auch noch immer nach Knesselare kommen, um seinen Vogel anzusehen, wenn er das wollte. Es war für Daniel und Mee-Hae eine einfache Entscheidung. Sie selbst hatten keine kommerziellen Ambitionen, und darum konnten sie das gleichsam outsourcen, aber zugleich konnten sie noch jedes Jahr Kinder von Best Kittel bekommen, um damit zu reisen. Die Idee war eine Win-win-Situation für beide Parteien, und so wurde man sich schnell einig.

Gesagt, getan. Das Zuchtprojekt sollte den Namen „PIPA Breeding“ bekommen, ein einfacher Name. Die Absicht dabei war, dass die Aufmerksamkeit auf Best Kittel gerichtet blieb, denn um ihn sollte es sich in Zukunft drehen. Nicht nur Best Kittel zog nach Knesselare um, sondern auch seine Eltern, zwei Schwestern von Best Kittel, die Supertäubin Shakira und ihr Sohn Milan, 6. nationale Ass-Taube KBDB 2017. Der Vater von Milan ist übrigens „National Ace 2015“. Er wurde gezogen kurz bevor der Vogel Anfang 2016 seine Reise nach China antrat.

Einige Monate nach dem Start des neuen Projektes stellte sich im Februar 2018 heraus, dass PIPA Breeding ein oder zwei spezielle Weibchen zusätzlich nötig hatte. Daniel hatte seine Zucht gerade abgeschlossen und ließ darum die Nestschwester der 1. nationalen Ass-Taube KBDB 2015 nach PIPA Breeding umziehen. Das wird noch nicht das Letzte sein, was wir von dieser Täubin hören.

Wieder mehrere Monate später, im Frühjahr 2018, arbeitet  Daniel erneut an einer außergewöhnlichen Reisesaison. Serien von Spitzenpreisen gegen mehr als 1.000 Tauben können quasi jede Woche verbucht werden. Eine Taube ragt besonders heraus, eine Taube, die aus den Reisetauben des Frühjahrs 2017 gezogen wurde, und zwar direkt aus 362-15, aus Best Kittel. Er gewinnt im Mai, Juni und Juli nicht weniger als 5 erste Preise und zwei Mal einen 2. Preis. Damit ist sofort klar, dass Best Kittel auch als Zuchtvogel ein gigantisches Potenzial hat. Das erste Jungtier, das Best Kittel gegeben hat, ist auf dem Weg, zu den ersten 3 nationalen Ass-Tauben zu gehören. Er wird schließlich 2. nationale Ass-Taube KBDB auf der Kurzstrecke 2018 und bekommt den Namen Junior. Auch dieser gehämmerte Vogel zieht auf die Schläge von PIPA Breeding um.

Wir machen einen Sprung zum Sommer 2019. Ende Juni / Anfang Juli hatte es fünf bis sechs Wochen hintereinander Flugwochenenden mit außergewöhnlichen Wetterverhältnissen und sehr schweren Flügen bei Gegenwind und tropischen Temperaturen gegeben. Erneut waren es vor allem die Jährigen, die am besten flogen. Besonders der 020 und der 025 fielen auf. Jede Woche kommen sie zusammen oder kurz nacheinander nach Hause. Fast jede Woche gewinnt einer von ihnen einen 1. Preis. Dem 020 gelingt es, etwas öfter als Erster einzuspringen, und letztendlich sieht seine Bilanz so aus,  dass er 4 x einen 1. Preis und 2 x einen 2. Preis gegen durchschnittlich mehr als 1.000 Tauben gewonnen hat. So wird er nach einer sehr schweren Saison in Belgien gegen viele leistungsstarke Konkurrenten 1. nationale Ass-Taube KBDB auf der Kurzstrecke. Der „020“ bekommt den Namen „Daniel“. Sein „Weggefährte“, der 025, wurde 4. nationale Ass-Taube KBDB auf der Kurzstrecke und wird „Espoir“ genannt. „Daniel“ ist ein direkter Sohn aus … der Nestschwester des „National Ace 2015“, die im Februar 2018 nach PIPA Breeding umzog und kurz vor ihrem Umzug noch eine 1. nationale Ass-Taube gegeben hatte. Sie ist eine Cousine von Best Kittel, die aus einem vollen Bruder des Vaters von Best Kittel gezogen wurde. Auch „Daniel“ zog nach PIPA um, und damit verstärkt ein weiterer gehämmerter Vogel den dortigen Zuchtschlag.

Zu dem Zeitpunkt ist die Best-Kittel-Familie schon lange keine No-Name-Familie mehr. Das internationale Interesse für die BK-Familie erreicht einen Höhepunkt auch durch die vielen Spitzenergebnisse, die mit Nachkommen daraus inzwischen auf anderen Schlägen erzielt wurden. Innerhalb weniger Monate gewinnt Petrus Van Eeden den 1. Preis beim Hot Spot 3 beim Million Dollar Race 2019, spielt Derek Rooney in Großbritannien mit „BK's Best“ (gezogen von Velghe Pigeons) eine der besten Jungtauben von England 2019, verbuchen die Gordon Brothers in Irland erste Preise gegen Tausende von Tauben mit nichts anderem als Enkelkindern von Best Kittel. Jeder, der 2018 zu den Ersten gehörte, die etwas aus der Best-Kittel-Linie holten, konnte innerhalb eines Jahres mehrere Erste-Preis-Gewinner und Spitzentauben daraus vorweisen.

Und das Märchen nimmt kein Ende. Wie verabredet, zieht jedes Jahr ein Paar Junge von Best Kittel zu Dehon-Demonseau um und wird dort gespielt. 2019 bekam Daniel 2 junge Vögel aus Best Kittel. Angesichts der Tatsache, dass Daniel nur mit jährigen Männchen spielt, sollten diese beiden 2020 ihre Chance bekommen, aber dann kam Covid-19. Es war lange nicht klar, ob man in Belgien 2020 mit Tauben spielen durfte oder nicht. Letztendlich konnte die Saison mit einem Flug am 13. Juni beginnen. Das war 2,5 Monate später als normal.

Trotz der kurzen Reisesaison 2020 gelang es den beiden jährigen Söhnen von Best Kittel, eine prächtige Ehrenliste zusammenzufliegen. Der 059 nahm an 9 Flügen teil und machte jedes Mal einen Preis unter den ersten 10%. Sein Nestbruder, der 060, war noch um einiges besser. Auch er nahm an 9 Flügen teil und gewann 6 Preis unter den besten 1%, darunter drei Mal den 1. Preis. Eine außergewöhnliche Leistung, die umso mehr gewürdigt werden muss, wenn man weiß, dass die kurze Saison auch in Bezug auf das Wetter sehr schwierig war. Fast jede Woche herrschte ein starker Rückenwind oder ein ungünstiger Seitenwind, die es den Tauben sehr schwer machten, sich Woche für Woche auszuzeichnen.

Mit einem Koeffizienten von 1,33 bestand für Dehon-Demonseau die Chance, Nachfolger von sich selbst als Besitzer der 1. nationalen Ass-Taube KBDB auf der Kurzstrecke zu werden. Erst Ende September, zwei Monate nach dem letzten Flug, veröffentlichte der KBDB die Liste der nationalen Ass-Tauben, aber das lange Warten wurde erneut mit dem Titel der 1. nationalen Ass-Taube auf der Kurzstrecke KBDB belohnt. Da es sich um einen direkten Sohn von Best Kittel handelte, bekam er den passenden Namen „Best Kittel II“, da er denselben Titel wie sein Vater gewonnen hatte. Nach der Saison zog er wieder nach seinem Geburtsort in Knesselare auf die Schläge von PIPA Breeding um. Zufall oder nicht, aber es ist erneut ein gehämmerter Vogel, der nun den Zuchtschlag von PIPA Breeding verstärkt.

Die Leistungen von Dehon-Demonseau sind im belgischen Taubensport einmalig. Innerhalb von 6 Jahren stellten sie 4 Mal die 1. nationale Ass-Taube auf der Kurzstrecke. In den Jahren, in denen Dehon-Demonseau nicht den ersten Platz belegten, stellten sie ein Mal die 2. und ein Mal die 4. nationale Ass-Taube. Alle stammen von ein und demselben Stammvogel ab, von „Le Méchant“, dessen in Inzucht gezogener Enkel „Best Kittel“ nun die Fackel übernommen hat.

Erst im Januar 2018 schlüpften auf den Schlägen von PIPA Breeding die ersten Jungen von Best Kittel aus dem Ei. Seitdem wurden auf mindestens 20 (!) verschiedenen Schlägen wenigstens 50 verschiedene 1. Preise von Kindern oder Enkelkindern von Best Kittel gewonnen.

PIPA Breeding hat auch den Ehrgeiz, sich mit der Best-Kittel-Familie auf den internationalen Tribünenflügen zu beweisen. 2020 wurde nur an einem Tribünenflug teilgenommen, dem Victoria Falls World Challenge Pigeon Race. Es wurde ein sehr schwerer Wettbewerb, bei dem von den ursprünglich 4.000 Tauben nur 859 Tauben beim Finale an den Start gingen. PIPA konnte am Schluss 4 Spitzentauben verzeichnen:
13. Platz auf dem schweren Endflug von 544 km mit einem Enkelkind von Best Kittel,
3. Platz Grand Average (über 39 Flüge) mit einer direkten Tochter von Best Kittel,
5. Platz Grand Average (über 39 Flüge) mit einem direkten Kind von Milan (Sohn aus National Ace 2015 x Shakira),
15. Platz Super Ace (Ass-Taube über Hotspot 3, 4 und 5 und Finale) mit einem direkten Kind von Junior, das auch den 3. Preis im Hot Spot 5 über 450 km gewonnen hatte.

Zum Schluss noch kurz zurück zu Demon-Demonseau. Man könnte denken, dass es nicht besser gehen könnte, aber die Motivation ist nur größer geworden. Doch die beiden haben „Blut geleckt“. Mit großer Entschlossenheit bereiten sich Daniel und Mee-Hae auf die Saison 2021 vor. Mit u.a. „Espoir“, der 4. nationalen Ass-Taube KBDB 2019 und mit dem Nestbruder von Best Kittel II hat Daniel jedenfalls zwei feste Werte auf den Reiseschlägen der alten Tauben. Auch unter den Jungtauben war 2020 eine große Zahl vielversprechender Talente, die in der Saison 2021 die Chance haben, sich endgültig zu beweisen.

Wie es auch immer weitergehen wird, eins steht jetzt schon fest: Die Best-Kittel-Familie von Dehon-Demonseau hat in unwahrscheinlich kurzer Zeit ihren Stempel auf das internationale Kurzstreckengeschehen aufgedrückt.